Manifest

NOT IN OUR NAME, MARKE HAMBURG!

Ein Gespenst geht um in Europa, seit der US-Ökonom Richard Florida vorgerechnet hat, dass nur die Städte prosperieren, in denen sich die „kreative Klasse“ wohlfühlt. „Cities without gays and rock bands are losing the economic development race“, schreibt Florida. Viele europäische Metropolen konkurrieren heute darum, zum Ansiedelungsgebiet für diese „kreative Klasse“ zu werden. Für Hamburg hat die Konkurrenz der Standorte mittlerweile dazu geführt, dass sich die städtische Politik immer mehr einer „Image City“ unterordnet. Es geht darum, ein bestimmtes Bild von Stadt in die Welt zu setzen: Das Bild von der „pulsierenden Metropole“, die „ein anregendes Umfeld und beste Chancen für Kulturschaffende aller Couleur“ bietet. Eine stadteigene Marketing-Agentur sorgt dafür, dass dieses Bild als „Marke Hamburg“ in die Medien eingespeist wird. Sie überschwemmt die Republik mit Broschüren, in denen aus Hamburg ein widerspruchfreies, sozial befriedetes Fantasialand mit Elbphilharmonie und Table-Dance, Blankenese und Schanze, Agenturleben und Künstlerszene wird. Harley-Days auf dem Kiez, Gay-Paraden in St. Georg, Off-Kunst-Spektakel in der Hafencity, Reeperbahn-Festival, Fanmeilen und Cruising Days: Kaum eine Woche vergeht ohne ein touristisches Megaevent, das „markenstärkende Funktion“ übernehmen soll.

Liebe Standortpolitiker: Wir weigern uns, über diese Stadt in Marketing-Kategorien zu sprechen. Wir sagen: Aua, es tut weh. Hört auf mit dem Scheiß. Wir lassen uns nicht für blöd verkaufen. Wir wollen weder dabei helfen, den Kiez als „bunten, frechen, vielseitigen Stadtteil“ zu „positionieren“, noch denken wir bei Hamburg an „Wasser, Weltoffenheit, Internationalität“ oder was euch sonst noch an „Erfolgsbausteinen der Marke Hamburg“ einfällt. Wir denken an andere Sachen. An über eine Million leerstehender Büroquadratmeter zum Beispiel und daran, dass ihr die Elbe trotzdem immer weiter zubauen lasst mit Premium-Glaszähnen. Wir stellen fest, dass es in der westlichen inneren Stadt kaum mehr ein WG-Zimmer unter 450 Euro gibt, kaum mehr Wohnungen unter 10 Euro pro Quadratmeter. Dass sich die Anzahl der Sozialwohnungen in den nächsten zehn Jahren halbieren wird. Dass die armen, die alten und migrantischen Bewohner an den Stadtrand ziehen, weil Hartz IV und eine städtische Wohnungsvergabepolitik dafür sorgen. Wir glauben: Eure „Wachsende Stadt“ ist in Wahrheit die segregierte Stadt, wie im 19. Jahrhundert: Die Promenaden den Gutsituierten, dem Pöbel die Mietskasernen außerhalb.

Und deshalb sind wir auch nicht dabei, beim Werbefeldzug für die „Marke Hamburg“. Nicht, dass ihr uns freundlich gebeten hättet. Im Gegenteil: Uns ist nicht verborgen geblieben, dass die seit Jahren sinkenden kulturpolitischen Fördermittel für freie künstlerische Arbeit heutzutage auch noch zunehmend nach standortpolitischen Kriterien vergeben werden. Siehe Wilhelmsburg, die Neue Große Bergstraße, siehe Hafencity: Wie der Esel der Karotte sollen bildende Künstler den Fördertöpfen und Zwischennutzungs- Gelegenheiten nachlaufen – dahin, wo es Entwicklungsgebiete zu beleben, Investoren oder neue, zahlungskräftigere Bewohner anzulocken gilt. Ihr haltet es offensichtlich für selbstverständlich, kulturelle Ressourcen „bewusst für die Stadtentwicklung“ und „für das Stadt-Image“ einzusetzen. Kultur soll zum Ornament einer Art Turbo-Gentrifizierung werden, weil ihr die üblichen, jahrelangen Trockenwohn-Prozesse gar nicht mehr abwarten wollt. Wie die Stadt danach aussehen soll, kann man in St. Pauli und im Schanzenviertel begutachten: Aus ehemaligen Arbeiterstadtteilen, dann „Szenevierteln“, werden binnen kürzester Zeit exklusive Wohngegenden mit angeschlossenem Party- und Shopping-Kiez, auf dem Franchising- Gastronomie und Ketten wie H&M die Amüsierhorde abmelken.

Die Hamburger Kulturpolitik ist längst integraler Bestandteil eurer Eventisierungs-Strategie. Dreißig Millionen Euro gingen an das Militaria-Museum eines reaktionären Sammlerfürsten. Über vierzig Prozent der Ausgaben für Kultur entfallen derzeit auf die Elbphilharmonie. Damit wird die Kulturbehörde zur Geisel eines 500-Millionen-Euro-Grabes, das nach Fertigstellung bestenfalls eine luxuriöse Spielstätte für Megastars des internationalen Klassik- und Jazz-Tourneezirkus ist. Mal abgesehen davon, dass die Symbolwirkung der Elbphilharmonie nichts an sozialem Zynismus zu wünschen übrig lässt: Da lässt die Stadt ein „Leuchtturmprojekt“ bauen, das dem Geldadel ein Fünf-Sterne-Hotel sowie 47 exklusive Eigentumswohnungen zu bieten hat und dem gemeinen Volk nur eine zugige Aussichtsplattform übrig lässt. Was für ein Wahrzeichen!

Uns macht es die „Wachsende Stadt“ indessen zunehmend schwer, halbwegs bezahlbare Ateliers, Studio- und Probenräume zu finden, oder Clubs und Spielstätten zu betreiben, die nicht einzig und allein dem Diktat des Umsatzes verpflichtet sind. Genau deshalb finden wir: Das Gerede von den „pulsierenden Szenen“ steht am allerwenigsten einer Stadtpolitik zu, die die Antwort auf die Frage, was mit städtischem Grund und Boden geschehen soll, im Wesentlichen der Finanzbehörde überlässt. Wo immer eine Innenstadtlage zu Geld zu machen ist, wo immer ein Park zu verdichten, einem Grünstreifen ein Grundstück abzuringen oder eine Lücke zu schließen ist, wirft die Finanzbehörde die „Sahnelagen“ auf den Immobilienmarkt – zum Höchstgebot und mit einem Minimum an Auflagen. Was dabei entsteht, ist eine geschichts- und kulturlose Investoren-City in Stahl und Beton.

Wir haben schon verstanden: Wir, die Musik-, DJ-, Kunst-, Theater- und Film-Leute, die Kleinegeile-Läden-Betreiber und Ein-anderes-Lebensgefühl-Bringer, sollen der Kontrapunkt sein zur „Stadt der Tiefgaragen“ (Süddeutsche Zeitung). Wir sollen für Ambiente sorgen, für die Aura und den Freizeitwert, ohne den ein urbaner Standort heute nicht mehr global konkurrenzfähig ist. Wir sind willkommen. Irgendwie. Einerseits. Andererseits hat die totale Inwertsetzung des städtischen Raumes zur Folge, dass wir – die wir doch Lockvögel sein sollen – in Scharen abwandern, weil es hier immer weniger bezahlbaren und bespielbaren Platz gibt. Mittlerweile, liebe Standortpolitiker, habt ihr bemerkt, dass das zum Problem für euer Vorhaben wird. Doch eure Lösungsvorschläge bewegen sich tragischerweise kein Jota außerhalb der Logik der unternehmerischen Stadt. Eine frische Senatsdrucksache etwa kündigt an „die Zukunftspotenziale der Kreativwirtschaft durch Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu erschließen“. Eine „Kreativagentur“ soll zukünftig u.a. „Anlaufstelle für die Vermittlung von Immobilienangeboten“ sein. Wer sich die Mieten nicht leisten kann, muss sich als „künstlerischer Nachwuchs“ einsortieren lassen und bei der Kreativagentur um „temporäre Nutzung von Leerständen“ ersuchen. Dafür gibt es sogar einen Mietzuschuss, allerdings nur, wenn „die Dringlichkeit des Bedarfs und die Relevanz für den Kreativstandort Hamburg“ gegeben sind. Unmissverständlicher kann man nicht klarstellen, was „Kreativität“ hier zu sein hat: Nämlich ein Profi t Center für die „Wachsende Stadt“.

Und da sind wir nicht dabei. Wir wollen nämlich keine von Quartiersentwicklern strategisch platzierten „Kreativimmobilien“ und „Kreativhöfe“. Wir kommen aus besetzten Häusern, aus muffigen Proberaumbunkern, wir haben Clubs in feuchten Souterrains gemacht und in leerstehenden Kaufhäusern, unsere Ateliers lagen in aufgegebenen Verwaltungsgebäuden und wir zogen den unsanierten dem sanierten Altbau vor, weil die Miete billiger war. Wir haben in dieser Stadt immer Orte aufgesucht, die zeitweilig aus dem Markt gefallen waren – weil wir dort freier, autonomer, unabhängiger sein konnten. Wir wollen jetzt nicht helfen, sie in Wert zu setzen. Wir wollen die Frage „Wie wollen wir leben?“ nicht auf Stadtentwicklungs- Workshops diskutieren. Für uns hat das, was wir in dieser Stadt machen, immer mit Freiräumen zu tun, mit Gegenentwürfen, mit Utopien, mit dem Unterlaufen von Verwertungs- und Standortlogik.

Wir sagen: Eine Stadt ist keine Marke. Eine Stadt ist auch kein Unternehmen. Eine Stadt ist ein Gemeinwesen. Wir stellen die soziale Frage, die in den Städten heute auch eine Frage von Territorialkämpfen ist. Es geht darum, Orte zu erobern und zu verteidigen, die das Leben in dieser Stadt auch für die lebenswert machen, die nicht zur Zielgruppe der „Wachsenden Stadt“ gehören. Wir nehmen uns das Recht auf Stadt – mit all den Bewohnerinnen und Bewohnern Hamburgs, die sich weigern, Standortfaktor zu sein. Wir solidarisieren uns mit den Besetzern des Gängeviertels, mit der Frappant-Initiative gegen Ikea in Altona, mit dem Centro Sociale und der Roten Flora, mit den Initiativen gegen die Zerstörung der Grünstreifen am Isebek-Kanal und entlang der geplanten Moorburg-Trasse in Altona, mit No-BNQ in St. Pauli, mit dem Aktionsnetzwerk gegen Gentrifizierung und mit den vielen anderen Initiativen von Wilhelmsburg bis St. Georg, die sich der Stadt der Investoren entgegenstellen.

Ted Gaier, Melissa Logan, Rocko Schamoni, Peter Lohmeyer, Tino Hanekamp und Christoph Twickel  für die „Not in Our Name, Marke Hamburg“-Initiative

Unterzeichnen: Hier.

58 Kommentare Add your own

  • 1. Anke Wistinghausen  |  6. November 2009 um 6:58 nachmittags

    Hallo Zusammen,
    ich würde sehr gerne wissen auf welche Art und Weise ich Eure Initiative unterstützen kann. Ich bin sehr begeistert von Eurer Aktion und die öffentlichen Reaktonen geben Euch ja wohl auch Recht das diese Initiative schon lange fällig war.
    Was kann ich tun und gibt es möglicherweise Treffen an denen Unterstützung in welcher Art und Weise auch immer gewünscht wird?
    Liebe Grüsse
    Anke Wistinghausen

    Antwort
    • 2. nionhh  |  12. November 2009 um 9:45 vormittags

      Liebe Anke, das Beste, was man derzeit in unserer Sache machen kann, ist sich in den bestehenden konkreten Auseinandersetzungen zu engagieren: Gängeviertel, Frappant, Moorburgtrasse, Centro Sociale und die vielen Initiativen in St. Georg, Wilhelmsburg etc. etc., die für eine andere Stadt kämpfen. Über die anstehenden Vernetzungstreffen informiert dich http://www.rechtaufstadt.net, dort sind wir dann auch vertreten. Grüße, C.

      Antwort
  • 3. Paul Kulms  |  7. November 2009 um 7:51 nachmittags

    “… Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Sein ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.” (Ernst Bloch)

    Und – systematisch – nehmen die Kapitalverwerter uns die letzten Reste von Heimat – nicht erst heute mit den letzten Resten des Gängeviertels!

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  • 4. SLAB Magazine » Blog Archive » Save Berlin Fest 09  |  11. November 2009 um 10:59 vormittags

    [...] hopes that a larger dialog is the result, even resulting in some kind of coordinated movement a la Not in Our Name in [...]

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  • 5. NOT IN OUR NAME, MARKE HAMBURG! « Hamburg- deine Bars und Clubs  |  14. November 2009 um 7:13 nachmittags

    [...] Aber die Stadtpolitiker riskieren in ihrem Übermut aus Hamburger Stadtteilen  einen Glasschaukasten zu machen, in dem Keiner leben will und es sich auch nicht leisten kann. Die Hafen City droht sich zum finanziellen Desaster zu entwickeln. Kunst und Kultur will so nicht leben und arbeiten. Als ob in Hamburg das Geld selbst gedruckt wird , werden Großprojekte wie die Elbphilharmonie Hamburg gebaut.  Verdreifachte Baukosten treiben den kommerz Kunsttempel auf ca. 450 Millionen €. Ein Ende ist nicht abzusehen. In Altona will sich IKEA mitten in der Stadt  einnisten und Künstler werden vertrieben.  Zum Glück für Hamburg haben sich unabhängige Künstler und engagierte zusammengetan und  NOT IN OUR NAME, MARKE HAMBURG! gegründet. [...]

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  • 6. till stepping  |  18. November 2009 um 8:52 nachmittags

    Flaschenpost:
    Angesichts des Zustandes unseres Planeten und der Aussichten für uns Menschen auf ihm (von den Tieren ganz zu schweigen), fassten wir vor einigen Jahren den Entschluss, all unser kreatives Potential einem grundlegenden Wandel unserer Lebenswelt zu widmen, anstatt weiterhin als Rohstofflieferanten einem scheinheiligen, in unzähliger Hinsicht fragwürdigem Kunstbetrieb zu dienen.
    Leitgedanken und Handlungsalternativen eines so veränderten Kunstschaffens fließen seither in einen sich ständig erweiternden Text ein, der die offene Geschichte einer alternativen Lebenskunst beschreibt und auf dessen Grundlage wir bis heute viele Impulse setzen konnten: so etwa die Erschließung neuer subkultureller Räume, die zu einer Belebung der ästhetischen Erfahrung des Alltags beitragen oder auch zahlreiche Schreiben an Entscheidungsträger des Kulturbetriebs, die wir mit konkreten Handlungsalternativen dazu auffordern, ihr Potential zur Umsetzung der von ihnen propagierten humanistischen Kultur endlich auch auszuschöpfen.

    Könnt Ihr Euch vorstellen, wie sehr wir uns freuen über die aktuell stattfindende “Bewegung” verschiedener, sich zusammentuender kreativer Interessensgruppen, die der phantasielosen Ökonomisierung unseres Alltags entgegen schreitet.
    Wir sind geradezu aus dem Häuschen und schöpfen mal wieder eine ganze Ladung Mut und Hoffnung; und dieses mal umso mehr, da eine unverändert doppelbödige Kulturvermittlung diese Bewegung als eine geschlossene, unterschiedliche Interessen und Kräfte bündelnde ins öffentliche Bewußtsein rückt.
    Und nach so vielen in den Mühlen des Systems zerriebenen Bewegungen, hoffen wir sehr, dass diese nun wirklich stark genug ist, dass hier nun vielleicht etwas angestoßen wird, dass über den Erhalt einiger subkultureller Räume und über wenige, kaum ausreichende Kompromisslösungen zu Problemen der Stadtentwicklung oder zur Bildungsmisere hinaus gehen wird…
    Und wir sind daher angesichts der fortbestehenden Zerstörung unserer Lebenswelt ein weiteres Mal mutig genug, nichts anderes aufzurufen als einen grundlegenden Wandel der noch immer auf Wachstum und Leistungsprinzip (u.a.) ausgerichteten Gesellschaftssysteme.
    Denn ein so grundlegender Wandel, der vielen von uns vielleicht nicht allzu drängend und notwendig vorkommt, da die existentiellen Probleme, mit welchen die große Mehrheit der Erdbevölkerung tagtäglich konfrontiert wird, unseren Alltag noch nicht erreicht haben, ist dennoch das Gebot der Stunde; daran gibt es mit nüchternem Blick auf die Fakten und tatsächlichen Entwicklungen globaler Dynamiken nichts zu deuteln; und all denjenigen, die einen solchen Wandel als nicht notwendig und irreal darstellen, fehlt es an Achtung gegenüber unsrer Natur, sowie an Verantwortung den nachkommenden Generationen gegenüber.

    Sicher: unzählige lokale Bewegungen überall auf der Welt bewirken bereits viel Gutes und allerorten stattfindende Aktionen und Zusammenkünfte alternativer Kräfte vergrößern den Druck auf die Machthaber bestehender Systeme.
    Doch wirklich Ausschlaggebendes für unsere Gesellschaften, grundlegend veränderte Bedingungen für die Lebensweisen der so genannten Wohlstandsregionen und Länder der dritten Welt oder verbindliche Übereinkünfte zu einem konsequenten Schutz der natürlichen Ressourcen dieses Planeten bleiben nach wie vor aus. Daran ändern Friedensnobelpreisträger die sich vor Klimakonferenzen zusammensetzen, um Forderungen zu stellen ebenso wenig wie Bestseller von Staatsmännern und etliche noch so aufrüttelnde Kunstwerke engagierter Projekte.
    Und wir befürchten, dass auch die aktuell stattfindende “Bewegung” nicht ausreichen wird, da sie nicht entschlossen und nachhaltig genug eine gemeinsame Absicht vertritt, die so viele Menschen wie möglich miteinander vereinen könnte, um ihr Potential für eine sozial und ökologisch klügere Welt zu entfalten; wir befürchten, dass hier erneut “nur” bestimmte Interessen (die Abschaffung des Bachelor-Studienganges, der Erhalt alternativer Kulturräume, mehr Lohn für Metaller etc.) vertreten werden oder die üblichen saisonalen Streiks auflodern, um danach im eigenen Qualm zu ersticken; dass also auch hier wieder “nur” verschiedene Gruppen ihre je eigenen Rechte einigermaßen wirksam einfordern, ohne den dahinter stehenden alternativen und umfassenden Lebensentwurf in den Vordergrund zu stellen, dessen Umsetzung alleine die jeweiligen Interessen und Rechte der protestierenden Menschen voll gewährleisten könnte.
    In dieser Hinsicht ist es wenig hilfreich, wenn die Medien diese Bewegung in hohem Bogen aufbauschen, Vergleiche mit der 68er Bewegung ziehen oder einen“herannahenden Epochenwechsel“ sehen, während die große Mehrheit der Studierenden weiterhin die von den Lehrenden angebotenen Veranstaltungen besucht oder die allermeisten Künstler als Rohstofflieferanten weiterhin den Kunstmarkt mit hohlen Phrasen überschütten und überhaupt alles, vor allem jene repressive Toleranz der Medien, wie gewohnt weiterläuft, während wir also ein weiteres Mal mit großer Aufmerksamkeit ruhig gestellt werden und sich die Geistesarbeiter der etablierten Kulturorgane ein ruhiges Gewissen von der Seele schreiben….

    Und so ist zu befürchten, dass dieser so bedeutende Entwurf einer sozial und ökologisch klugen Welt weiterhin nur als Randerscheinung und Trostpflaster, ja manchmal auch als Alibi und fauler Kompromiss in allzu kleinen Nischen unserer Gesellschaften realisiert wird; und dass wir uns weiterhin damit zufrieden geben, unsere je eigenen Interessen so weit es eben geht durchzuboxen, während wir genau wissen, dass die uns leitende Idee dahinter, jener umfassende Lebensentwurf einer besseren Welt heute unumgänglich ist, und dass dieser Entwurf nur dann in dieser überkomplexen Welt realisierbar ist, wenn wir alle unsere Interessen zusammennehmen und bündeln, wenn wir den mehr denn je dringenden Wandel im Großen und Ganzen als ein übergeordnetes, gemeinsames Ziel den unterschiedlichen lokalen Interessen als wesentliche Forderung zur Seite stellen.

    Denn die vielen Forderungen und Absichten der verschiedenen Gruppen können heute allein genommen nicht mehr wirksam genug umgesetzt werden, da alles miteinander zusammen hängt; und sie können ehedem nur dann ausreichend umgesetzt werden, wenn sie mit umfassenden Veränderungen in all den anderen Bereichen einher gehen, sodass wir eine bessere Bildung nur dann bekommen werden, wenn wir die Ökonomisierung der Arbeitswelt überwinden und wir im Besonderen nur dann wesentlich mehr Lehrpersonal erreichen, wenn bspw. Rüstungsausgaben oder Rettungspakete für bankrotte Banken neu überdacht werden; oder aber dass sich eine gerechte Verteilung von Ressourcen nur dann einstellt, wenn wir allzu starre Denkmuster und Bewußtseinsinhalte aufgeben (das heißt eine veränderte Kulturvermittlung schaffen), wir kulturelle Freiräume nur dann schaffen, wenn wir gleichsam die Rechte der Bürger erweitern, wir den Schutz der Person gewährleisten, wenn wir das Leistungsprinzip und die Entfremdung vieler Arbeitsfelder ändern, wir eine harmonische Beziehung zur Natur entfalten, wenn wir gleichsam wesentliche Bedingungen des Systems verändern, wir eine gesunde Gesellschaft werden, wenn wir für mehr Spiritualität im Alltag kämpfen.
    Und wir werden Frieden haben, wenn wir unsere Wirtschaft umgestalten und Atombomben vernichten, wenn wir Atomkraft überflüssig machen, Ressourcen sparen, wenn wir unser Bewußtsein erweitern, eine authentische Kultur durch eine freie Bildung….
    Und wollen wir nur eines dieser Ziele erreichen, so müssen wir all diese Ziele kreuz und quer miteinander verbinden zu einem einzigen Gefüge, einem einfach zu lesendem Bild, das uns die Möglichkeiten zu Veränderungen im Allgemeinen so wie im Besonderen klar vor Augen führt. Wir müssen begreifen, dass wir das eine nur verändern können, wenn wir das andere gleichsam mit verändern.
    Also bezieht sich unsere Freude, unsere Hoffnung und unser Mut auf eine – vielleicht ja gerade entstehende – sehr viel größere, gemeinsame und in ihrer Vielfalt zur Einheit findende Bewegung hin zu einem tiefgreifenden Wandel, bzw. zu einer nunmehr unumgänglichen Evolution unserer Kultur; und wir hoffen, dass diese Bewegung über eine virtuelle Vernetzung hinaus zu einer tatkräftigen, großen und real handelnden Gemeinschaft wächst;
    denn so wie ihr wollen auch wir eine Welt schaffen, in der wir wieder Achtung vor der Natur gewinnen und die wir unseren Kindern und Enkeln mit ruhigem Gewissen überlassen können; eine gemeinsame Welt, in der die für uns so typische Einheit von Sinneswahrnehmung, Bedürfnis, Wollen und Handeln wiederhergestellt wird, in der die ästhetische Bildung die natürliche Einheit und freie Entfaltung der Person wieder gewährleistet und in der wir im Bewußtsein unserer Zusammengehörigkeit wieder friedlich miteinander leben können.

    Und um dies zu erreichen dürfen wir uns nicht länger auf Politik und Wirtschaft verlassen und müssen alles daran setzen, solche Veränderungen kraft einer von den Menschen getragenen Kultur zu schaffen.
    Daher müssen wir zunächst den gesamten Kulturbetrieb, seine Institutionen der Vermittlung und Verwaltung tiefgreifend umgestalten, um die ausreichenden Mittel zu haben, mit denen wir solche Veränderungen auch auf den Alltag der Menschen übertragen können. Wir müssen eine Kraft werden, die nicht zuletzt auch durch die ästhetische Erfahrung (so wie sie J. Dewey in “Kunst als Erfahrung” beschreibt) sozial und ökologisch kluge Lebensformen für die gesamte Wirklichkeit bildet…..

    Denn wer, wenn nicht wir als freie Kreative können das, was Wissenschaftler an alternativen Lebensmodellen entwickelt haben, in ersten Schritten verwirklichen. Wer, wenn nicht wir sind unabhängig genug, um einen Anfang zu wagen, um mit einer Vielzahl von kreativen Aktionen unablässig zu einer veränderten Kultur beizutragen, indem wir zuallererst den Dialog, sowie die Kooperationen mit ihren Entscheidungsträgern vorantreiben.
    Wer, wenn nicht wir kennen die Zugänge zu den Räumen der Öffentlichkeit (zur bewußtseinsbildenden Kulturvermittlung), um den möglichen Wandel nicht nur darzustellen, sondern konkret auch zu beschleunigen.
    Denn wir sind die Künstler auf dem Feld der Kommunikation, auf dem wir die Vorstellung einer besseren Welt säen, deren Früchte wir auch ernten können. Wir sind es, die noch frei genug sind, um die vielen Arbeitsschritte bis dahin auch zu wagen.
    Und wir jedenfalls dürfen uns mit dem Erhalt mancher unabhängiger Kulturräume, mit einigen Kompromisslösungen zur Bildungsmisere oder mit wenigen Verbesserungen von Arbeitsbedingungen nicht zufrieden geben, sondern müssen die Voraussetzungen schaffen für eine Bewegung, die mit gebündelten Kräften nunmehr die Ursachen bekämpft und mit der Gewissheit einer erschöpften, uns alle bedrohenden Natur entschlossen für einen grundlegenden Wandel eintritt…

    Die kulturelle Evolution ist hierbei der Weg und sie ist unser Kunstwerk!

    Diese Verantwortung müssen wir nun tragen, nachdem wir so lange Zeit all unsere Werke in den isolierten Räumen einer elitären Kunstwelt gezeigt haben, nachdem wir uns ausgegrenzt haben und es uns am Rand des Systems nicht selten mit Staates Unterstützung gemütlich gemacht haben, nachdem all unsere subkulturellen Räume endlich auch legal wurden und somit allzu oft als Instrumente einer staatlichen Rechtfertigungsideologie des Weiter-so dienten, nach all den Bildungsstreiks, die die Ökonomisierung der Universitäten dennoch nicht aufhalten konnten.
    Aber auch nach all dem Spaß der Straßenschlachten und nach all den unseren Geist verwirrenden Diskursen, liegt es nun endlich an uns, um diesem ganzen vernebelten Zeitgeist des irrsinnigen, wirtschaftlichen Wachstums mit gemeinsamen Kräften Einhalt zu gebieten; nur eben dieses Mal nicht mit Gewalt, Gegen – und Subkultur oder einem verlogenen Gang durch die Institutionen, sondern dieses Mal, indem wir die Lehren aus unserer Geschichte konsequent und mit Bedacht in einer realistischen Alternative zusammenführen, sowie in gemeinsame Handlungen überführen, die trotz ihrer notwendigen Vielfalt an nur einem Strang ziehen.
    Denn wir brauchen diese eine gebündelte Idee, die wir den üblichen Vorwürfen der Totalität und Freiheitsbegrenzung nicht aussetzen müssen, wenn wir gleichsam kraft unserer Kreativität und Imagination jene Vielfalt der ersten Schritte mit der Forderung nach einem grundlegendem Wandel unserer Lebenswelt aufs Engste miteinander verbinden, wenn wir Zentralität und Dezentralität sich ergänzen lassen und wenn wir zeigen, dass wir als je eigene, freie Individuen zu einer harmonischen Gemeinschaft fähig sind ….

    Dieser notwendigerweise noch lose Zusammenhang, der hier beschrieben ist, ergibt sich aus der Idee einer offenen Geschichte. Sie müssen wir wieder machen, nachdem dass Geschichtsverständnis der Aufklärung vom unendlichen Fortschritt und der Realisierung der besten aller Welten Lügen gestraft wurde und vielerorts das Ende der Geschichte proklamiert wird;
    denn was uns bleibt, nachdem die Zeit des materiellen Wohlstands die Ideengeschichte nun endlich besiegt hat und die Versprechen der Moderne den Kapazitäten dieses Planeten nicht mehr entsprechen, ist alleine die Konzeption, nein vielmehr das mutige Hineintreten in diese offene Geschichte, … eine Geschichte, die auf den Gedanken einer zentralen Lösung und zwangsläufigen Entwicklung zu einem Endpunkt, der das Glück für alle bereithielte, in jedem Fall verzichtet.
    Denn sie ist keine Heilsgeschichte oder folgt einem politischen System, sie treibt vielmehr im Fluß des natürlichen Daseins, ist desillusioniert und versucht pragmatisch vorzugehen, auf Erfahrungen zu bauen, von Altem und Bewährtem zu lernen, vorsichtig einen Fuß vor den anderen zu setzen und doch auch zu experimentieren, um neue Lebensmöglichkeiten ausfindig zu machen, die auf einer Wiederherstellung der Beziehung zwischen Mensch und Natur beruhen.
    Eine authentische Kunst (und mit ihr vor allem auch die Geistesarbeiter einer oftmals nur scheinheilig um die Welt besorgten Kulturvermittlung) kann nicht mehr umher, ihr volles Potential für eine so harmonische Welt auszuschöpfen, und sie vermag genau dies zu gewährleisten, indem sie auf einer kreativen, erfinderischen Ebene ein Können im Sinne der Erschließung jener Möglichkeiten ist.
    Allen voran die Imagination ist dabei ihr wichtigstes Mittel.

    Und wir richten daher nun abschließend folgende – aus einer Vielzahl nur schwerlich ausgewählte – Handlungsvorschläge vor allem an Eure Vorstellungskraft, welche die Möglichkeit dieses Kunstwerkes der kulturellen Evolution uns allen erschließen kann:

    Was, wenn wir diese beginnende Bewegung konsequent fortführen würden, wenn es uns gelingen würde Stars und Persönlichkeiten des Kulturbetriebs, unabhängige Künstler, Studenten, unzufriedene Arbeitnehmer und Hartz 4 Empfänger, süchtige Kinder und kaum entlohnte Mütter, Freiheitskämpfer und politisch Verfolgte, Naturschützer und Menschenrechtler u.v.a.m. hinter der einen Idee einer grundlegend veränderten Lebenswelt zu vereinen?
    Wie wäre es, wenn wir einen Entwurf erarbeiten würden, der aufgrund einer Zusammenfassung der zahlreichen wissenschaftlichen Lösungsvorschläge zu globalen und nationalen Missständen gleichzeitig auch erste für die Menschen einfach nachvollziehbare Schritte hin zu einer konsequenten Umsetzung dieser Lösungsvorschläge fordern würde; einen Entwurf, der uns zwar eine Vorstellung vom Ganzen gibt, aber immer auch die Voraussetzungen und ersten konkreten Handlungen in den Vordergrund stellt.

    Was, wenn wir die nur vermeintlich unüberwindbare Komplexität und Eigendynamik des Weltgeschehen überwinden könnten und die Einfachheit unseres natürlichen Daseins in möglichen Lebensformen ästhetisch darstellen könnten; wenn wir den Menschen die Entscheidung zu so veränderten Lebensformen leicht machen würden, wenn wir aus der verwirrenden Unübersichtlichkeit der überall geforderten Lösungen eine verständliche und umsetzbare Lebenskunst im Sinne der offenen Geschichte filtern würden…

    Wie wäre es, wenn wir hierüber einen intensiven Dialog mit den Entscheidungsträgern des Kulturbetriebs führen würden, und wenn wir gleichsam auch einen Entwurf für einen veränderten Kulturbetrieb erarbeiten würden, der jene ersten Schritte einer produktiven Zusammenarbeit zwischen uns und den Entscheidungsträgern aufzeigt.

    Was, wenn wir Kultur gemeinsam als Etwas vermitteln könnten, das der Arbeit von uns allen entspricht, wenn wir die so hohen, alleine im Schein einer polierten Kulturindustrie aufblitzenden Werte in den Alltag der Menschen integrieren könnten und wir mittels der Kulturvermittlung erste Forderungen hierzu öffentlich machten.

    Was, wenn wir diesbezüglich zunächst einmal einen verantwortungsbewussten und solidarischen Kulturbetrieb einfordern würden und insbesondere eine gerechte Umverteilung kultureller Ressourcen, ein Grundeinkommen für alle (Kunstschaffenden), wirtschaftsunabhängige Strukturen des Betriebs, ein dezentralisiertes und kostenloses Kulturangebot und viele andere veränderte sozio-ökonomische Kreisläufe bestimmen könnten?
    Was, wenn die vielen etablierten Kulturschaffenden – dem Druck einer inneren Einsicht folgend – ihren heiligen Worten auch Taten folgen ließen, wenn sie all den Mechanismen einer fragwürdigen Kulturindustrie, der repressiven Toleranz, einer faulen Rechtfertigungsideologie und Selbstbeglaubigung und dergleichen den Rücken zukehren würden, wenn sie insbesondere nicht mehr länger auf teure Kunst durch Eindruckstechnik setzen oder die Mehrfachbeschäftigung und-bezahlung von Kulturstars fördern würden, wenn sie auf bloße Polarisierung und Doppelmoral verzichten würden….
    und wenn die Entscheidungsträger uns daraufhin ebenso gesellschaftsrelevante Räume ermöglichten wie einer den Zeitgeist bloß widerspiegelnden, hohlen und überspannten Kunst?

    Was wäre erreicht, wenn der gesamte Kulturbetrieb auf vielfältige Weise die hier gemeinte Lebenskunst vertreten würde, wenn etwa all die vielen Kulturstars medienwirksam einen konsequenten ökologisch und sozial klugen Lebenswandel vollziehen würden, wenn die Organe der Kulturvermittlung in einer solidarischen Ausdrucksbewegung die Möglichkeit und Notwendigkeit einer grundlegend veränderten Lebenswelt darstellen würde?

    Wie wirksam könnte eine Kultur sein, die nicht mehr länger einer bloßen Instrumentalisierung und Ideologisierung der bestehenden Gesellschaftssysteme dient (gerade die subversiven, antikapitalistischen und radikalen Werke des etablierten Kunstschaffens sind ja hierbei paradoxerweise dienlich, indem sie geduldet, ja gefördert von einer repressiven Toleranz des Staates in einer künstlerischen Parallelwelt das Fortbestehen des Systems nicht gefährden und aufgehoben im Lifestyle zur Rechtfertigung einer verlogenen Elite beitragen) und vielmehr die real existierenden, unabhängigen Künste in der Stadt und auf dem Land unterstützen würden?

    Was, wenn wir unablässig und öffentlich den Dialog suchten, um mit solchen begründeten Forderungen den Kulturbetrieb zu den nötigen Veränderungen zu bewegen, wenn wir zunächst also all unsere kooperativen Möglichkeiten ausschöpften, um in einer produktiven Zusammenarbeit mit den Entscheidungsträgern des Kulturbetriebs eine neue von Politik und Wirtschaft unabhängige Kultur zu schaffen, deren gemeinsame Haltung wir in den Alltag der Menschen übertragen könnten?
    Wie sehr könnte eine so veränderte Kultur positiv Einfluss nehmen auf die Bildungsmisere, auf untragbare Verhältnisse der Arbeitswelt, sowie auf die gesamte, irrsinnige – unserer natürlichen Ressourcen weiterhin ausbeutende – Lebenswelt?

    Wie notwendig wäre es – insofern diese auf den Dialog gründende Kooperation scheitern würde – wenn wir alles versuchten, um mehr Menschen zu mobilisieren (denn wenn die Medien heute von einem “erstaunlich breiten Bündnis“ oder von einer „kraftvollen Massenbewegung“ sprechen, so täuscht dies über die Realität hinweg und wir sollten es vermeiden, uns auf diesen Lorbeeren auszuruhen, da ja genau durch diese vorgetäuschte Wirksamkeit sich alle wieder ganz schnell beruhigen und im Großen und Ganzen alles weiter läuft wie zuvor…), wenn wir also schon heute versuchten, wirklich Massen zu mobilisieren, wenn wir produktiv mit den großen Menschen + Naturrechtsorganisationen zusammenarbeiten würden, aber auch beispielsweise mit Globalisierungsgegnern, mit europäischen Kulturbetrieben, mit dem Europäischen Sozialforum + Gewerkschaftsbund, mit Arbeitslosenvereinigungen, sowie mit europäischen Schüler und Studierendennetzwerken, um für jenen grundlegenden Wandel zu kämpfen, der alleine die konsequente Umsetzung der Interessen der einzelnen Gruppen gewährleisten kann !?
    Was, wenn wir somit schon heute (denn sind die Missstände wirklich so gering, dass wir alle paar Jährchen in einer Art rituellem Aktivismus unserer Wut Platz schaffen, um danach mit fauler Vernunft den Alltag wie gehabt weiterzuleben??) entschlossen die Voraussetzungen für einen europaweiten Generalstreik schaffen würden?

    Was, wenn wir mit langem Atem all die Entscheidungsträger der Kultur oder aber Bildungsträger wie Professoren und Lehrer von jener so offenliegenden Notwendigkeit zum Wandel überzeugen könnten?
    Würden sie dann nicht vielleicht ihr Potential (ihre macht) erkennen, Politik und Wirtschaft unter Druck zu setzen…?

    Wie wirksam könnte es aber auch schon sein, wenn zumindest alle Kulturschaffenden und Künstler in einen Generalstreik eintreten würde und alles Kulturschaffen – und im besten Fall auch die gesamte Kulturvermittlung – lahm legen würden (denn wer, wenn nicht sie sind noch unabhängig genug, um zu einer solchen freien, kraftvollen und die Zusammenhänge kund tuenden Solidarität zu finden)?
    Würden dann nicht viele Menschen ernsthaft ins Grübeln geraten und die vielen hohen Werte der Kultur neu überdenken oder aber zum Anlass für entschiedenes Handeln nehmen?

    Was, wenn wir für eine unbestimmte Zeit all unsere Ego-Projekte mal beiseite schieben würden und darüber hinaus Ämter für Kunst und Wissenschaften, Museen, Universitäten, Zeitungsredaktionen und geldverschleudernde Staatsopern und dergleichen besetzen würden?
    Wenn wir hierfür nicht nur die Unterschriften oder die kurzweilige, öffentliche Präsenz von Kulturstars gewinnen könnte, sondern wenn wir hierfür einen „Hype“, eine Sogkraft entfalten könnten, die uns alle gleichsam erfassen würde, sodass auch all die vor sich hin jammernden oder aus wirtschaftlichen Gründen vernünftig dahin schwafelnden und werkelnden Kulturstars der 68er Generation mal wieder in die Puschen kommen….?

    Wie wirksam könnte eine solche Generationen übergreifende Bewegung sein, die nun all die Absichten des heutigen Kulturschaffens endlich und wirksam in handelnde Identifikationen sich entfaltender Menschen, aber gleichsam in eine Geschichte machende Gemeinschaft überträgt?
    Wie groß ist bereit der Wunsch unseres kollektiven (Unter-) Bewußtseins dazu?

    Was, wenn an die Stelle von Produktion und Macht Kreativität und Kunst treten würde, wenn wir die „Front der Evolution“ (G. Bateson) von unseren ökonomisch-technischen zu unseren seelisch-geistigen Fähigkeiten verschieben würden?

    Was, wenn wir bereits existierenden unabhängige Inseln alternativer Lebensformen ausweiten würden, wenn wir entsprechende Autonomiebestrebungen in Stadt und Land miteinander verknüpfen könnten, wenn wir eine Gemeinschaft von Landwirten, Handwerkern, Wissenschaftlern, Ärzten und Künstlern, von Menschen und Tieren (…) bilden könnten, um die Notwendigkeit einer alternativen Lebenswelt auch in größerem Maßstab als möglich den Menschen vorzuleben?

    Welche Triebkraft könnte es erreichen, wenn alle Kulturtragenden und Schaffenden beginnen würden, ein konsequent sozial und ökologisch kluges Leben zu führen?
    Oder aber wie wäre es, wenn eine wie oben beschriebene, gemeinsam hinter der Idee des grundlegenden Wandels stehende Bewegung sich als Partei zur Wahl stellen würde? Wenn Stars und angesehene Personen des öffentlichen Lebens gemeinsam mit Wissenschaftlern, Künstlern, Naturschützern und Menschenrechtler etc. einen notwendigen und gleichermaßen möglichen alternativen Lebensentwurf in der Öffentlichkeit entschlossen vertreten würden? …..

    Weitere Vorstellungen, so etwa von massenhaft gestellten Anträgen zur Aussetzung der Prüfungsordnungen, vom Boykott der Eintrittspreise für Museen, von einer ungefragten Gestaltung der Stadträume durch die Bürger und unzählige weitere Vorstellungen von Eigeninitiative und zivilem Ungehorsam wären hier noch aufzuzählen, und sie wären ebenso wie die hier bereits beschriebenen Vorstellungen erst wirklich bedeutsam, wenn ihr sie im Sinne der offenen Geschichte ergänzen und weiter entwickeln würdet…..

    Antwort
    • 7. der lorenz  |  3. September 2012 um 11:43 vormittags

      büschen lang, dieses manifest, würde ich sagen. (und sehr unpassend, auf ein manifest mit dem anderen drauf zu springen)

      Antwort
  • 8. Andreas Hofmann  |  20. November 2009 um 3:03 nachmittags

    Toll, der Text, und was jetzt?

    Antwort
  • 9. till Stepping  |  20. November 2009 um 6:03 nachmittags

    Lieber Andreas, genau diese Frage bringt es auf den Punkt:”was jetzt”? Denn die Handlungsmöglichkeiten, die wir im Text vorstellen sind wohl wirklich nicht sehr ausgereift und vielleicht auch etwas naiv…..
    also will ich es nun etwas konkreter versuchen und nur einige “erste Schritte” beschreiben, die uns in jene “offene Geschichte” eines umfassenden Wandels (…) hinein führen.
    Und an dieser Stelle muss erwähnt werden, dass dies alles nur Sinn macht, insofern wir uns zuallerst dafür entscheiden und den Mut haben, aufs Ganze zu gehen und etwas zu starten, dessen Ende wir nicht absehen können (siehe die Idee der offenen Geschichte im Text).
    Daher sollten wir auch das Vertrauen haben, dass wir das besser hinbekommen als die Verwalter und wenigen Entscheidungsträger der Gesellschaftssysteme.
    Wir sollten inhaltlich gut vorbereitet sein und trotz des fehlenden, in sich geschlossenen Entwurfs der offenen Geschichte sehr fundierte Konzepte aufweisen können.
    Wir müssen zusammen arbeiten, uns einig werden und wir dürfen nicht zuletzt die Bedeutung der spirituellen Evolution unseres Bewußtsein -als etwas sehr realpolitisches- aus den Augen verlieren…
    Und wir müssen immer wieder zurückkommen zu jenen ersten Schritten, ohne die alles unendliches Palaver bleibt und Handlung an den Ursachen vorbei…!
    Das Finden des “wir” ist so ein erster Schritt; eine Gemeinschaft, die auch eine bleibt und entschlossen jenen umfassenden Wandel, der -wie bereits betont- wohl der einzige Weg ist, um auch all die vielen Missstände der verschiedenen Bereiche wirksam aufzulösen.
    Dieses “wir” findet sich sicherlich in einer basisdemokratischen Bewegung wieder, doch braucht es ebenso einen legitimierten Koordinationskreis, so etwas wie ein kooperatives Zusammenwirken, durch das die Kräfte gebündelt werden und von wo aus weitere Schritte folgen können…
    Es sollten sich “jetzt” Menschen finden, die sich an einen Tisch setzen, um – der vielbeschworenen
    “Unübersichtlichkeit” der Welt zum Trotz – das alles mal zusammenzufassen und ein Konzept der ersten Schritte zu erarbeiten, das auf den vielen sich im Wesentlichen übereinstimmenden alternativen Lebensentwürfe der jüngsten wissenschaftlichen Forschung (siehe etwa das Wuppertal-Institut, bzw. “Erdpolitik” von E.U. von Weizsäcker oder aber das Rocky- Mountains-Institut u.v.a.m.) basiert.
    Das heißt, wir sollten hier anknüpfend Möglichkeiten erfinden und ausschöpfen, um mit Hilfe so prominenter Ideen renommierter Geistesarbeiter auch deren persönliche Unterstützung zu bekommen. Nur zwei, drei wirklich große Namen und vieles weitere wird sehr viel einfacher….!

    Diese Möglichkeiten obliegen nicht zuletzt unserer Kreativität und wilden Entschlossenheit, neue Formen des Dialogs und der Überzeugungsarbeit zu schaffen, sowie unserer Bereitschaft, mit den Entscheidungsträgern zusammenzuarbeiten. Wir sollten aber auch flexibel und hartnäckig genug sein, immer wieder neue Aktionsradien zu öffnen, um eine prominent unterstützte und so ausreichend starke Gemeinschaft zu bilden; eine Gemeinschaft die bei fehlender Einsicht der Entscheidungdträger auch dazu bereit ist, andere mögliche und jedenfalls friedliche Prozesse eines grundlegenden Wandels in Gang zu setzen (etwa der Generalstreik, die demokratische Wahl oder die Verhinderung von Regierungsarbeit…)
    Weitere erste Schritte neben der Bildung einer prominent unterstützten Gemeinschaft: das Erreichen einer möglichst großen öffentlichen Aufmerksamkeit, die Bildung überregionaler Bündnisse, die Zusammenarbeit mit Entscheidungsträgern des Systems oder eine fortbestehende Zusammenführung der verschiedenen Interessen in der Idee des grundlegend alternativen Wandels unserer Lebenswelt sind wohl vor allem dann möglich (und wir freuen uns über alle Vorschläge zu möglichen anderen ersten Schritten), wenn wir jene “prominente” Gemeinschaft werden….

    Falls dies nun aber so oder so ähnlich alles schon im Geschehen ist, und die hoffentlich nicht täuschenden Medienberichte lassen dies sogar vermuten, so erübrigt sich vielleicht die Frage “was jetzt”? und wir wollen noch ein wenig geduldig abwarten und natürlich auch mithelfen.
    Ansonsten aber, wenn eine geringfügigen Erhöhung des Bafögs durch erhöhte Mietpreise und teurer Nahrungsmittel hinfällig wird, wenn nach weiteren erhalten gebliebenen subkulturellen Räumen die glitzernden Betonburgen um sie herum unaufhaltsam wachsen, wenn nach weiteren Strassenkämpfen und Blockaden Armut und soziale Konflikte sich ausweiten und allen noch so großen Aktionen zum Trotz Natur weiterhin zerstört wird, werden wir weiter machen und auf der Suche sein nach jener so prominenten Gemeinschaft; und werden Künstlerstars und Chefredakteure, Theaterchefs und Schriftsteller, die immer wieder ihre hohen Worte von sich geben an den Zustand dieser Welt erinnern und auffordern, mit uns gemeinsam die offene Geschichte zu machen….

    Antwort
  • [...] in Hamburg haben ein erhebliches mediales Echo ausgelöst. Das Anti-Gentrification-Manifest „Not In Our Name – Marke Hamburg“ hat es bis in die Zeit und die Süddeutsche Zeitung geschafft, inzwischen bereichtet sogar [...]

    Antwort
  • 11. till Stepping  |  26. November 2009 um 11:42 vormittags

    Hallo, nach der Lektüre vieler Kommentare auf den unterschiedlichsten Seiten, bin ich traurig über eine sehr individualistische und jeweils auf die Interessen der aktiven Gruppen bezogenen Art und Weise des Austauschs. So viele verschiedene Blogs, Seiten und Foren etc., die ganz speziell und wenig vertiefend Kommunikation betreiben, so viele einsame Einzelmeinungen und verpuffendes Engagement, so viele einzelne Impulse in alle möglichen Richtungen…Und obwohl dies jedenfalls auch gut so ist und authentisch, frage ich mich, wieso die Möglichkeit zu einem umfassenderen Wandel nicht eingehender, gruppenübergreifend und handlungsorientiert kommuniziert wird?
    Ist das Engagement für die natürlich notwendigen Umsetzungen jeweiliger Interessen heute wirklich noch ausreichend? Können wir uns mit dem Erhalt einzelner alternativer Räume, mit Kompromisslösungen zur Bildungsmisere, mit kaum wahrnehmbaren Verbesserungen von Arbeitsbedingungen zufrieden geben? Verhindern wir dadurch ungleich mächtigere und gegenläufige Dynamiken oder bleiben somit die Lebensbedingungen unserer Kinder im Grunde nicht doch die selben?…. Ist es nicht deutlich genug, dass wir heute Missstände in einzelnen gesellschaftlichen bereichen nur dann ausreichend tiefgreifend ändern können, wenn wir gleichsam die übrigen bereiche auch ändern? Ist der Zustand unserer Welt wirklich noch nicht schlimm genug, um mit all unserer positiven, gebündelten Kraft “aufs Ganze gehen” zu müssen”?
    Wieso gibt es keinen engehenden und gebündelten Austausch über konkrete Schritte zu einer so umfassenden Bewegung??…Falls jemand von so einem Austausch weiß, bitte benachrichtigt mich und ansonsten: lasst uns bitte einen solchen Austausch beginnen…..grüße till

    Antwort
  • 12. Lisa  |  3. Dezember 2009 um 12:31 nachmittags

    Hallo Till!

    Ich habe mir gerade deine Texte durchgelesen und finde vieles davon sehr interessant.

    Vorallem die von mir so verstandene Forderung, das “große Ganze” nicht aus den Augen zu verlieren in den verschiedenen lokalen Kämpfen und sich darüber auszutauschen – über die Begrenzungen der einzelnen Gruppierungen hinaus. Du gehst noch einen Schritt weiter und forderst eine Vereinigung aller Einzelinitiativen im Hinblick auf eine grundlegende Veränderung der Gesellschaft(en) auf der Basis eines breit angelegten Austauschs und bechreibst die Vorreiter-Rolle von KünstlerInnen und sogenannter Kulturschaffenden in diesem Prozess.

    Auch ich denke, dass all die existierenden Heterotopien den Anfang darstellen in Hinblick auf die verdammt notwendigen und grundlegenden Veränderungen dieser Welt. Aber eben “nur” den Anfang. Von hier aus muss es weitergehen. Die von dir beschriebene Vereinigung wäre der nächste Schritt. Die Frage ist, wie sich sowas konkret bewerkstelligen lässt.

    Du nennst die Idee eines Generalstreiks aller KünstlerInnen und sogenannter Kulturschaffender. Die Idee ist super, auch wenn sich daraus natürlich 1000 zu klärende Fragen ergeben und zum Beispiel die Gründung einer “Künstlergewerkschaft” naheliegt (die neben verdi etc. besteht). (In Berlin gibt es seit kurzem einen Ansatz in diese Richtung: http://berlinartistsunion.blogspot.com/2009/11/at-b.html)

    Weiter geht’s!
    Grüße von
    Lisa

    Antwort
  • [...] wird Zeit sich wie im Manifest „Not In Our Name – Marke Hamburg“ der Hamburger Künstlerinitiative “Komm in die Gänge” gegen diese Form der [...]

    Antwort
  • 14. NOT IN OUR NAME, MARKE HAMBURG! « ::: ROLAND WEGERER :::  |  8. Dezember 2009 um 11:48 vormittags

    [...] Manifest [...]

    Antwort
  • 15. till stepping  |  10. Dezember 2009 um 9:39 vormittags

    Hallo Lisa, danke für deine Antwort.
    In einer Sonderausgabe des Greenpeace Magazin werden viele interessante und wichtige Initiativen zum kreativen Widerstand dargelegt…und es ist bestimmt Konsens, dass die alle für sich genommen und ihrer gemeinsamen Absicht von großer Bdeutung sind, aber es ist gleichsam offensichtlich, wie diese vielen Projekte in ihrer öffentlichen Darstelung und nicht selten auch durch ihre politische Vereinnahmung und Legitimierung an Durchlagskraft verlieren, sodass die von Dir aufgegriffene Vereinigung und Bündelung kreativer Kräfte, eine aufs Ganze gehende Kunst nun ebenfalls von vielen als notwendig erachtet wird.
    Betrachten wir nämlich die mittlerweile von allen seriösen Wissenschaftlern übereinstimmenden Prognosen zu sozialen und ökologischen Entwicklungen, so erleben wir bspw. die Verantwortung gegenüber unseren Kindern nicht mehr länger als etwas abstraktes, in der Zukunft liegendes, sondern als das “Gebot der Stunde” (die Kraft neben meiner künstlerischen Tätigkeit, neben jobben und Familie auch alldiese Briefe zu schreiben verdanke ich jedenfalls meinen beiden Kindern…) Leute, es ist sowas von an der Zeit jetzt zu handeln!
    Und wenn Du fragst, wie wir eine nötige Vereinigung unserer Kräfte bewerksteligen können, so denke ich, dass wir zuallererst einmal die Entscheidung treffen müssen, dass wir eine so aufs ganze gehende Bewegung auch wirklich wollen, was nach so vielen von mir gelesenen Manifesten und vielen anderen Äußerungen der tiefen Entrüstung nicht wirklich abwegig erscheint..
    Jedenfalls bleibt das, was Politik und andere Machteliten nun endlich (!) bereit sind umzusetzen nach wie vor nicht ausreichend (selbst die nach angekündigten Maßnahmen intendierten max. 2 Grad Erderwärmung) Und dass die ökologischen und sozialen Missstände noch immer nur im Kontext wirtschaftlichen Wachstums (Wachstum von was…?) angegangen werden, bzw. der grundlegende Wandel unserer Lebensweisen, vor allem auch die spirituelle Evolution dabei außen vor gelassen werden, ist echt dramatisch…
    Wie die große Alternative dazu aussieht, wird seit Jahrzehnten von Wissenschaftlern und anderen erarbeitet, und das sie möglich ist, kann kaum noch ernsthaft bestritten werden. Aber natürlich entspricht dies keinem Entwurf, der von von anfang bis ende voll erfast ist, was ja gerade die vielen Bedenken auslöst; doch darf der Character der offenen Geschichte, in die wir alle folgenden Schritte nicht mit
    Sicherheit gehen können, nicht der Grund dafür sein, den Versuch, die Katastrophe für unsere Nachkommen im Großen abzuwenden, erst gar nicht zu machen. Wir dürfen nicht weiter selbstzufrieden im Licht der Öffentlichkeit unsere je eigenen Projekte vorantreien ohne wenigstens das große Ganze versucht zu haben….die bereits um sich greifenden Missstände im globalen Ausmaß machen eine den globalen politischen und wirtschaftlichen Prozesen ebenbürtige alternative Bewegung notwendig…aber das wissen wir ja bereits und in der Wiederholung wird das auch nicht realer…
    Wie wäre es also wenn wir damit beginnen und uns konkret Gedanken darüber machen, wie wir etwa Attac, Greenpeace, verschiedene unabhängige Künstlergruppen, Menschenrechtsorganisationen etc. , aber vor allem in derÖffentlichkeit hoch angesehene Persönlichkeiten der Kultur zusamenbringen können. Und wie wir den nötigen umfassenden Wandel in Worte fassen können, denen all diese Menschen ohne Bedenken zustimmen können, das heißt wie wir etwa die Ängste vor einer Ökodiktatur, vor Verzicht (…) oder vor anderen auf Macht gründenden alternativen Systemen beheben können, wie wir die Notwendigkeit aber auch die Möglichkeiten zu tiefgreifenderen Veränderungen als jenen von Politik beabsichtigten erklären können und mit welcher gemeinsamen, gebündelten Aktion (Generalstreik, Besetzung, des Parlaments………….) wir unserem Anliegen genügend Gewicht verleihen können…..
    Musste mich gerade etwas beeilen, obwohl ich vieles noch näher ausführen würde…doch mein Kleiner und unser Hund drängen mich seit einer halben Stunde zur nun wirklich späten Morgenrunde. Freu mich aber auf weiteren Dialog und auf geminsames Handeln vielleicht ja mit Dir gemeinsam. liebe Grüße Till

    Antwort
  • 16. till stepping  |  11. Dezember 2009 um 2:19 nachmittags

    Hallo,
    las gerade den letzten Kommentar von mir; entschuldigt bitte die vielen Rechtschreibfehler…muss das hier leider nebenbei machen und noch dazu in Windeseile…
    Lisa und ich fragen uns, wie wir eine Bündelung von kreativen Kräften bewerkstelligen können, um den notwendig tiefgreifenden Wandel anzustoßen. Klingt natürlich ganz schön vermessen das; doch ich glaube ganz fest daran, dass überall auf der Welt gerade sehr viele Menschen im Grunde dasselbe versuchen. Wir müssen nur irgendwie zusammenfinden, denn es sind allmählich genug der Worte und Erkenntnisse zur Notwendigkeit und Möglichkeit eines umfassenderen Wandels als derjenige, der momentan in “Hopenhagen” – wiederum “nur” mittels irrsiniger Geldmittel und auf Technik basierender
    Wachstumsgedanken – angepeilt wird.
    Und es gibt nunmal nicht die eine Lösung oder der eine bestimmte Weg zu einer weitreichenden gemeinsamen Bewegung, die stark genug ist um diesen viel umfassenderen Wandel unserer Lebenswelt in der uns gegebenen Zeit anzustoßen…
    Doch im Grunde will ich so positiv sein und davon ausgehen, dass dieser wandel hier – so wie auch an vielen anderen Orten – schon beginnt, und das Lisa und ich und viele hoffentlich mit uns besorgte Menschen verschiednene Ideen entwickeln, wie wir eine große, an einem Strang ziehende Gemeinschaft werden können.
    Wie wäre es etwa wenn wir jeweils nur eine Person der verschiedenen großen Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen für uns gewinnen könnten, die uns mit ihren weitverzweigten Verbindungen helfen, Mitwirkende zu finden, deren meinung in der Öffentlichkeit ungleich mehr zählt als unsere; wenn etwa der Verfasser von “Erdpolitik”, E.U. von Weizsäcker (und die Umsetzung seiner Lösungsvorschläge braucht den hier intendierten umfassenden Wandel!) oder auch andere Leitfiguren aus Kultur und Wissenschaft sich unserer Sache anschließen würden….
    Wir bräuchten auch die unterstützung von Leuten aus redaktionen von Fernsehen und Rundfunk und tageszeitungen,
    und insofern in diesem Sinne einmal der Anfang gemacht ist, so bin ich guter Dinge, dass sich daraufhin sehr bald viele viele Menchen von einem grundlegenden Wandel unserer Lebenswelt überzeugen lassen…Im Grunde würde ja nichts anderes passieren als ein ins leben gerufener “Hype” mit Hilfe vieler Stars und anderer hoch angesehener Menschen, nichts anderes also als etwa die Werbung, die uns über Jahrzehnte hinweg glaubhaft vermittelt hat, dass ein auf materiellem Wohlstand basierendes Konsumentenleben glücklich macht; wie viele menschen weltweit folgten und folgen noch immer diesem Irrglauben. Sollte es da nicht möglich sein, eine dem natürlichen und einfachen dasein entsprechende Lebenskunst überzeugend zu vermitteln, ein Leben voll achtung vor der Natur und voll Verantwortung den nachkommenden Generationen gegenüber ??? liebe Grüße Till

    Antwort
  • [...] ziehen und dort das Recht auf Stadt für Alle einfordern – nicht nur für diejenigen, die die Marke und das Unternehmen Hamburg [...]

    Antwort
  • 18. Anonym  |  16. Dezember 2009 um 4:44 nachmittags

    [...] centenares de activistas e interesados en la política urbana al entrar a la página de internet http://nionhh.wordpress.com/about/. Hace pocos dias fue discutido por el senado hamburgués -sin consecuencias hasta el momento / [...]

    Antwort
  • 19. Recht auf Stadt Parade « CLEPTOMANICX BLOG!  |  18. Dezember 2009 um 1:29 nachmittags

    [...] an der Moorweide. Den Aufruf zu der Parade findet ihr hier. Auch gut zu lesen zu diesem Thema: NOT IN OUR NAME, MARKE HAMBURG! Die Stadt gehört AALen! [...]

    Antwort
  • 20. K.keiler  |  21. Dezember 2009 um 5:30 nachmittags

    Eine Bewegung würde ich alles nicht nennen. Zum Klimagipfel wurden von Aktivisten z.B. 11 Millionen Unterschriften gesammelt. Die Menschenrechtsbewegung weltweit ist aktiv, rettet Menschenleben und bringt Besserung für die Lage von Tausenden von Menschen weltweit.Vielleicht sind das Bewegungen.
    Skeptisch macht mich, vorallem dass selbst FDPler das Schreiben gut finden. Nein, eine Marke möcht keiner sein. Individualismus , Freiheit. Danach sehnt sich ja jeder. Und der Satz: :”wir wollen eine grundsätzlich andere Gesellschaft. “Ja , was denn für eine ?
    So klingt alles chic links und wir Künstler sind doch jeher die, die in Ausstellungen, auf Bühnen und Filmen, in den Medien alles machen und sagen dürfen. Sogar gerne auch umstürzlerisch. Ein bischen rebellisch ist chic.Und eine Marke für sich.Die man sogar gut verkaufen kann als lebendige Demokratie, pulsierende, kreative Großstadt
    Aber dies sollte man nicht verwechseln mit wirklich ernst genomme werden.
    Ernst genommen wird aber evtl. der Wunsch nach günstigen Ateliermieten , Erhalt des Gängeviertels . Einig ist man sich in Hamburg auch, dass bezahlbare Mieten wichtig sind.Das alles ist richtig aber keine andere Gesellschaft.
    Oder?

    Antwort
    • 21. till Stepping  |  9. April 2010 um 9:36 vormittags

      Hallo K. Keiler, bin voll und ganz Deiner Meinung und habe aus diesem Grund obige Textbeiträge hinterlassen. Bisher gab es aber leider keine Antworten auf meine konkreten Vorschläge, gemeinsam eine Bewegung ins Leben zu rufen, die wirklich eine andere Gesellschaft hervorbringen könnte.
      Ist der Glaube an eine solche Bewegung wirklich so gering, dass selbst der Dialog und die mögliche Entwicklung konkreter Vorschläge als überflüssig angesehen wird.
      Haben die allermeisten Künstler wirklich nur ihren je eigenen Horizont vor Augen und begnügen sich damit, dass ihrer als “Marke” verkaufte Pseudobewegung von den Medien der Impetus des Rebellischen angehaftet wird…
      Nach jahrzehntelangem Aufspüren der Potentiale einer verschütteten, ursprünglichen und dennoch hier und da sich regenden Kunst, bin ich fest davon überzeugt, dass gerade wir Künstler (Menschen) die Kraft zur Bildung eines solidarischen Kulturbetriebs haben, der die “offene Geschichte” einer besseren Welt anzustoßen vermag…..
      Und so bitte ich Euch von ganzem Herzen: Lasst uns endlich wieder miteinander reden, lasst uns unsere Kräfte bündeln anstatt immer mehr eigene Blogs und Aktionen zu starten, die im Grunde immer nur unser eigenes oder das Ego kleiner Gruppen fördert und uns die scheinheilige Gewissheit eines sicheren Platzes (wenn auch oft am Rande) im System gewährt.
      Echt Leute: wir haben viel mehr als das drauf.
      Die Kraft der gelebten ästhetischen Erfahrung, die Kraft einer noch immer existierenden einheitlichen und einfachen, aber bald schon ganz zerstörten Natur, die Liebe und die Hoffnung eines jeden Tages und all die Wahrheiten, die wir unserer Sucht nach Macht geschuldet auch heute noch immer wieder auf dem Scheiterhaufen unseres Wachstumsglauben verbrennen und verblendet von intellektuellen Theorien einer bloß relativen, rhetorisch verzauberten (und nicht zuletzt auch künstlerisch) Welt ans Kreuz nageln, zeigen uns täglich von Neuem die Verantwortung, das Mögliche nun endlich auch zu wagen.
      Mit lieben Grüßen Till

      Antwort
  • 22. chri  |  22. Dezember 2009 um 2:58 nachmittags

    Verfolge mit Interesse was bei euch passiert…

    chri frautschi, kunstvermittler, biel-bienne, ch

    http://www.lokal-int.ch

    hier mein kommentar mit lokalbezug zu eurem manifest:
    http://2500bb.blogspot.com/2009/12/not-in-our-name-marke-hamburg.html

    herzliche grüsse c.

    Antwort
  • 23. Peter Horn  |  7. Januar 2010 um 3:47 nachmittags

    Liebe Unterstützer des Manifests,

    ich möchte euch auf eine Initiative aufmerksam machen, die gerade am Entstehen ist und die sich zusammengefunden hat, um das gefährdete Festival der Kulturen

    http://www.karneval-kulturen-hamburg.de zu retten.

    Hier geht es zu der Facebook-Gruppe „Wir wollen den Karneval der Kulturen in Hamburg wieder:

    “http://www.facebook.com/group.php?gid=242771231568

    Ich habe dort auch einen Link zu eurem Manifest reingestellt.
    Über rege Beteiligung würden wir uns freuen.

    Antwort
  • [...] the redevelopment of their city.  Read their manifesto against creative class policies at Not In Our Name, Marke Hamburg’s blog.  The manifesto is translated into English [...]

    Antwort
  • 25. Lernen von Hamburg? « Steigende Mieten stoppen!  |  25. Januar 2010 um 6:16 nachmittags

    [...] auf das sogenannte „Unternehmen Hamburg“ setzten zahlreiche Initiativen das Manifest Not in our name, Marke Hamburg! auf, das – wie es sich für ein ordentliches Manifest gehört, mit den Worten „Ein [...]

    Antwort
  • [...] in Köln spielen werden. Zum Reinschnuppern empfehlen wir das äusserst lesenswerte “Manifest -NOT IN OUR NAME, MARKE HAMBURG!“ [...]

    Antwort
  • 27. Information, Aneignung und Kontolle « Analyse, Kritik & Aktion  |  2. Juli 2010 um 9:57 vormittags

    [...] gemeinsam einer Instrumentaliserung durch die städtischen Stadtplaner_innen verweigern. In ihrem Manifest klingt dies dann so. Wir weigern uns, über diese Stadt in Marketing-Kategorien zu sprechen. Wir [...]

    Antwort
  • 28. Der Blick ins Freie « Bandschublade  |  18. Juli 2010 um 11:25 vormittags

    [...] Logan und andere Hamburger Künstler haben diese selbstkritische Reflexion durch das Manifest Not in our Name, Marke Hamburg sehr klug formuliert: dass sie selbst gleichzeitig Opfer von Gentrifizierung wie auch [...]

    Antwort
  • 29. Meine Art Hamburg » # Meine ART 2010  |  19. Oktober 2010 um 1:03 nachmittags

    [...] Marke = Kunst = Produkt? [...]

    Antwort
  • 30. Not In Our Name, Brand Hamburg! « BUXTEHUDEBRENNT  |  6. Dezember 2010 um 4:49 nachmittags

    [...] Dec The following is a translation of the “Not In Our Name, Marke Hamburg!” manifesto, written by Ted Gaier, Melissa Logan, Rocko Schamoni, Peter Lohmeyer, Tino Hanekamp and Christoph [...]

    Antwort
  • 31. Ingrid Gogolin  |  30. Januar 2011 um 2:02 nachmittags

    Sehr geehrte not-in-our-name-Initiatoren,
    der Sache nach würde ich diese Kampagne gern unterstützen. Unglücklicherweise bin ich aber keine Künsterlin, besaß nie ein Atelier – weder im Bunker noch sonstwo – und bin daher nicht in der Selbstbeschreibung der Initiative enthalten. Vielleicht könnten Sie einen ‘Ableger’ eröffnen für Menschen, denen zwar die kulturelle Entwicklung Hamburgs am Herzen liegt wie Ihnen, die aber nicht künstlerisch tätig sind? Das fände ich gut.

    Der Initiative wünsche ich viel Glück – das heißt, genau genommen: der Freien und Hansestädtischen kulturellen Entwicklung wünsche ich dieses Glück.

    Beste Grüße, Ingrid Gogolin

    Antwort
  • 32. Neue »Gang-Art« gegen Gentrifizierung | Bleib passiv.  |  14. April 2011 um 10:18 nachmittags

    [...] »Wir stellen fest, dass es in der west­li­chen in­neren Stadt kaum mehr ein WG-Zimmer unter 450 … [...]

    Antwort
  • 33. NION – Not on Our Name « Gaardener Notizen  |  2. Mai 2011 um 12:15 nachmittags

    [...] dokumentiere hier den NION-Aufruf von Recht Auf Stadt, Hamburg als Vorabtext zu der Veranstaltung am 12.5.11 Ein Gespenst geht um in Europa, seit der US-Ökonom [...]

    Antwort
  • 34. J. Altmann  |  10. Oktober 2011 um 1:37 nachmittags

    Sozusagen Jahre später entdecke ich dieses Manifest zur “Marke Hamburg” in einer Münchner Zeitschrift zum Thema Stadtentwicklung und mir gehen einige Lichter auf, was auch hier in München mit den Kreativen für ein perfides Spielchen getrieben wird. Vielen Dank für diesen Lichtblick!

    Antwort
  • 35. gaukler  |  11. Oktober 2011 um 8:32 vormittags

    Wir haben das Manifest in Frankfurt auch vor kurzem bemerkt, und Hannah hat es kommentiert.
    http://kwassl.net/2011/10/11/manifeste-zum-recht-auf-stadt/

    Antwort
  • 36. nionhh  |  8. November 2011 um 12:03 nachmittags

    Ein unangenehm belehrender Aufsatz. Wenn ihr z.B. schreibt: “Der Bezug auf das „Recht auf Stadt“ scheint in diesem Kontext zwar sinnvoll, der Begriff wird aber nicht ausge­füllt. Ich bezweifele, ob überhaupt eine Kenntnis über die Radikalität der Forderung bei den Autor_innen vorhanden ist. Dem „Manifest Not In Our Name, Marke Hamburg!“ fehlt eine Systemkritik, die bestehende Machtverhältnisse angreift.” Platter kann man das nicht abbügeln. Denn was soll das denn heißen “die bestehenden Machtverhältnisse”? Sich hinter solchen Null-Aussagen verschanzen, um Radikalität vorzutäuschen, gilt nicht. Wir haben versucht, “die bestehenden Machtverhältnisse” an diesem einen Punkt – Standortmarketing / Image City / Indienstnahme der Subkulturen – anzugreifen. Und dafür haben wir die Aufmerksamkeit, die die Standortvermarkter “den Kreativen” zollen, zu nutzen und zu unterlaufen. Wie von euch zitiert, ist es eine Solidaritätserklärung “mit all den Bewohnerinnen und Bewohnern Hamburgs, die sich weigern, Standortfaktor zu sein.“ Und natürlich schließen wir mit dieser Formulierung NICHT gesellschaftliche Gruppen aus, “die als Standortfaktor ungeeignet sind”, wie ihr schreibt. Der Witz ist ja: Stadtentwickler erklären heute ALLE zu Standortfaktoren – zu negativen und positiven. Im Übrigen macht es auch Sinn, das Manifest im Kontext der Kämpfe und Auseinandersetzungen zu lesen, die es in den letzten zweieinhalb Jahre in Hamburg gegeben hat. Schöne Grüße aus dem Norden.

    Antwort
  • 37. Was bedeutet die „kreative Stadt“ für die Kreativen? | fischpudding  |  24. Januar 2012 um 11:16 nachmittags

    [...] nicht reibungslos. Ein gutes Beispiel ist das Hamburger Manifest „Not in Our Name“. Es bringt eine Kritik auf den Punkt und beginnt mit den Worten: “ Ein Gespenst geht um in [...]

    Antwort
  • [...] die kreative Nutzung und den Erhalt des Viertels, was der Bewegung großen Rückhalt verschuf. Dem Manifest “Not In Our Name” traten schnell Tausende bei und machten die Bewegung nicht nur zu einer linken Hausbesetzung [...]

    Antwort
  • 39. bymmscher mietspiegel - Seite 8  |  19. April 2012 um 11:17 nachmittags

    [...] [...]

    Antwort
  • [...] [Gentrifizierung] einer breiten Öffentlichkeit zugängig gemacht. Der Mitinitator des Manifestes “Not in Oure Name” geht in seinem Buch nicht nur mit den aktuellen Fragen der Stadtentwicklung nach sondern schildert [...]

    Antwort
  • [...] do you think about the “Not in Our Name” cam­paign in Ham­burg, given that among Leipzig’s crea­tive pioneers there is a gro­wing [...]

    Antwort
  • 42. Hamburg’s Creative Class and the Post-Creative City  |  7. Januar 2013 um 12:47 nachmittags

    [...] creative professionals felt instrumentalised by the development policies. They have published a ‘Not in our Name’ manifesto to protest against the ‘Hamburg Brand’, as they were not willing to contribute to [...]

    Antwort
  • 43. 漢堡創意階級與城市 | This Big City 城事  |  8. Januar 2013 um 3:23 nachmittags

    [...] 在文化領頭的成長策略下,許多藝術家與創意人士自覺淪為發展政策工具,故共同發表「別以我為名」的宣言,反對「漢堡品牌」,不願參與創意城市形象的同時,卻得遭到驅離。 [...]

    Antwort
  • 44. Hamburg’s Creative Class and the Post-Creative City | This Big City  |  8. Januar 2013 um 3:51 nachmittags

    [...] creative professionals felt instrumentalised by the development policies. They have published a ‘Not in our Name’ manifesto to protest against the ‘Hamburg Brand’, as they were not willing to contribute to [...]

    Antwort
  • [...] strumentalizzati dalle politiche di sviluppo. Hanno pubblicato un manifesto dal titolo ‘Non nel nostro nome‘, per protestare contro il ‘marchio di Amburgo’, in quanto non erano disposti a [...]

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  • 48. Sankt Pauli: el famoso barrio rojo de Hamburgo | Pensando el territorio  |  18. Februar 2013 um 8:44 vormittags

    [...] de estos grupos recibe el nombre de SOS Sankt  Pauli. También se ha firmado un manifiesto: “No en nuestro nombre” en contra de estos [...]

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  • […] el barrio tiene hondas raíces, podéis dar un paseo por los sitios de SOS St. Pauli, el manifiesto No en nuestro nombre (tirando de traductor automático) o ver el documental Empire St. Pauli […]

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  • […] die kreative Nutzung und den Erhalt des Viertels, was der Bewegung großen Rückhalt verschuf. Dem Manifest “Not In Our Name” traten schnell Tausende bei und machten die Bewegung nicht nur zu einer linken Hausbesetzung […]

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