Archive for November, 2009

Montag im Frappant: Etwas Besseres als Ikea

MO 30. NOVEMBER 19:30H, ERDGESCHOSS GR. BERGSTRASSE 168

Im Frappant-Gebäude in Altona hat das „Recht auf Stadt“ Einzug gehalten – mit tatkräftigem Support von NIONHH. Beim Auftaktfest strömten mehrere Tausend Leute in das ehemalige Kaufhaus, erkundeten die Ateliers, sangen mit der Pudel Maschine „Das ist unser Haus!“, tanzten zu Fatih Akins sowie Tex & Erobiques DJ Set, tranken alles Bier leer und staunten über so viel vielversprechenden Raum.

Heute, am Montag den 30.11., 19:30h denken wir gemeinsam darüber nach, wie wir den als „Schandfleck“ gescholtenen Ort in ein soziales Zentrum für alle verwandeln können. Denn wer noch immer glaubt, dass sich die Stadt durch die Ansiedlung von Megamärkten „beleben“ lässt, möge bitte die unter keystudies_on_BigBoxes gesammelten Studien zum Thema aus den USA zur Kenntnis nehmen. Wal Mart, Ikea & Co. entziehen der lokalen Ökonomie Kaufkraft und senken die Lebensqualität Obwohl es in der Großen Bergstraße schon mehrfach gescheitert ist, hängt der Bezirk Altona am „Konzept Ankermieter“ wie der Süchtige an der Nadel.

Großartig dagegen ist die Vision, einen gescheiterten Siebziger-Jahre-Kauftempel mit lauter nützlichen Einrichtungen zu bestücken, die auch noch Spaß machen. Ein Go-Kart-Bahn für Kinder, günstige Wohnungen, Ateliers, soziale Einrichtungen, ein Gästehaus für die Nachbarschaft – da geht einiges. Hunderte von Anwohner_innen bestaunen seit Samstag das große Bauschild-Transparent „Vom Kaufhaus zum Stadthaus“ im Erdgeschoss (ab Mo draußen). Es gibt eine Vorstellung davon, was möglich wäre, wenn man das Frappant „aus sich selbst heraus“ entwickelt. „Dieser Ort kann viel mehr bieten als eine reine Einkaufsstraße. Dieser Ort kann ein städtisches und kulturelles Zentrum werden und zu einer Plattform für gesellschaftlichen Austausch heranwachsen“, schreiben der Architekt Oliver Zorn und der Stadtplaner Benjamin Häger zu ihrem Konzept. Heute abend stellen sie es vor – flankiert von den Ideen und Konzepten der Frappant-Künstlergruppe SKAM. Hier das Konzept Vom Kauf- zum Stadthaus und hier der Audiofile.

Außerdem spricht die Initiative „Kein Ikea In Altona“ über denKontext der vom Bezirk gewünschten Ikea-Ansiedlung, den so genannten „Masterplan Altona“ : „Ikea ist nur ein Baustein in der massiven politisch gewollten Veränderung des Gebietes. die Entwicklung unseres Viertels zu bestimmen“, so die Initiative. „Wir haben es also mit dem geplanten Bau von Ikea nicht nur mit Verkehrschaos, Lärm­ und Abgasbelastung oder der Vertreibung von alteingesessenem Gewerbe und den KünstlerInnen zu tun, sondern darüber hinaus mit einem groß angelegten Aufwertungsprozess, der sich ausschließlich an den Interessen von Unternehmen und Wohlhabenden orientiert und die negativen Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung bewusst ignoriert oder sogar befürwortet.“ Hier ist das Flugblatt und hier der Vortrag als Audiofile.

Anschließend gibt’s Gelegenheit zur Diskussion mit Frappant e.V., Initiative und Bürgerbegehren „Kein Ikea In Altona“. Alle Nachbar_innen und Gewerbetreibenden sind herzlich eingeladen. Und schön warm anziehen! Wir bringen Heizungen und Glühwein, ihr bringt Decken mit!

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29. November 2009 at 11:03 pm 3 Kommentare

Recht auf Stadt – Was ist das?

Sonntag 29. November 2009, 19 Uhr
Erdgeschoss Frappant, Große Bergstraße
RECHT AUF STADT – WAS IST DAS?

Diskussionsveranstaltung mit kurzen Referaten. Was steht hinter der Idee der „Wachsenden Stadt“ und was heißt das für ihre Einwohner? Was bedeutet das „Recht auf Stadt“, das derzeit als Slogan gegen Gentrifizierung in aller Munde ist?

„Das aktuelle schwarz-grüne Leitbild“ / Christian Gatermann
Im Wahlkampf 2007 konfrontierte die GAL das CDU-Leitbild von der „Wachsenden Stadt“ mit ihrem Modell der „Kreativen Stadt“. Nun, da wir einen schwarz-grünen Senat haben, scheinen sich die beiden Leitbilder prächtig zu ergänzen: Das Leitbild heißt heute „Wachsen mit Weitsicht“ – wozu es gut sein soll, erfahren wir in diesem Referat.

Hier gibt’s den Audiofile.

„In the City – Tales of a Helpless dancer“ / Armin Chodzinsky
Was ist es mit der Stadt? Wer wandelt was wofür und für wen, warum und wie? Oder wandelt es sich? Es wandelt sich nicht. Soviel ist mal klar! Wir leben nicht in der Stadt, die Stadt ist kein Container, kein betretbarer immer schon vorhandener Raum. Nein. Raum und Stadt gibt es nur als produziertes, als gestaltetes, als konstruiertes. Wir leben Stadt! Ein irgendwie geartetes es kommt da nicht vor. Also: wer gestaltet wie und warum die Stadt. Und ist gestalten eigentlich auch inszenieren oder ist das wieder was ganz anderes? Ein kurzer Exkurs über das Unternehmen Stadt.

Hier der Audiofile dazu

„Die Stadt ist unsere Fabrik“ / Christoph Schäfer
1968 prägte der französische Soziologe und Philosoph Henri Lefèbvre den Begriff „Recht auf Stadt“. Für Lefèbvre ist Stadt „verdichtete Unterschiedlichkeit – also so ziemlich das Gegenteil der segregierten, nach Arm und Reich sortierten Stadt, die mit Konzept der „Wachsenden Stadt“ in Hamburg heraufzieht. Christoph Schäfer hat in einem Bildervortrag die Ideen Lefèbvre weiterentwickelt und auf die aktuelle Situation in Hamburg weiter entwickelt.

Hier ist der Audiofile – ohne Bilder natürlich nur halb so schön.

Und die Publikumsdiskussion könnt ihr auch nachhören.

27. November 2009 at 10:38 am Hinterlasse einen Kommentar

Das Recht auf Stadt kommt ins Frappant

Am Samstag den 28. November schenken wir der Freien und Hansestadt einen neuen Brennpunkt: Das Frappant-Gebäude an der Großen Bergstraße in Hamburg-Altona. Beim Auftaktfest mischt NIONHH kräftig mit – und überhaupt unterstützen wir die aktivistische Wiederbelebung mit ganzem Herzen, denn wie die SZ kürzlich schrieb: „Die gerade entfachte Dynamik wird auch nur dann einen längerfristigen Wandel erreichen und auf andere Städte mit den gleichen Problemen übergreifen können, wenn der Protest sich im realen öffentlichen Raum hält. Denn Wunder kommen nicht per E-Mail.“

Hier der Einladungstext:

Einen Gang zulegen!
Fest für das Recht auf Stadt
Frappant, 28.11. ab 18Uhr

feat. Fatih Akin & Adam Bousdoukos-DJ Team, 1000-Robota-DJ Team, Pudel Maschine Live aka Knarf Rellöm Trinity & Due Nutti Soundsystem mit DJ Patex, Viktor Marek, Knarf Rellöm, Rocko Schamoni, Jacques Palminger, Rica Blunk, Rüftata, Konzerte mit Norton, Demoroll, Gladbeck City Bombing; Theaterinstallation „Übersleben“ v. Charlotte Pfeiffer nach Doris Lessing; „Zurück zum Beton“-Party mit DJs Richard von der Schulenburg, Pascal Fuhlbrügge, Chinchi u.v.m.

Am Samstag den 28. November findet im Frappant ein großes „Recht-auf-Stadt“-Fest statt. Anlass ist die Kündigung der hundertdreißig derzeitigen Nutzer_innen des Gebäudes zum Ende des Monats. Die bevorstehende Räumung soll den Weg frei machen für einen 38-Meter hohen Ikea-Klotz. Dass CDU, GAL und SPD die Entwicklung der Großen Bergstraße einem Möbelkonzern überlassen wollen, ist eine desaströse Entscheidung und keinesfalls ein Einzelfall. Die Große Bergstraße steht stellvertretend für eine Politik, die sich zum Steigbügelhalter für Investoreninteressen macht und soziale Fragen nur mit Aufwertung im Sinne des Immobilienmarktes beanwortet. Aus diesem Grund hat sich das Hamburger „Recht auf Stadt“-Bündnis entschlossen, die öffentliche Debatte um eine Alternative zur Ikea-Ansiedlung tatkräftig zu unterstützen. Das Fest am Samstag wird der Auftakt sein zu einer dauerhaften Belebung des Gebäudes mit Veranstaltungen, in denen sich alle Anwohner_innen über die „Recht auf Stadt“-Initiativen informieren und eine Stadt für alle mitplanen können.

Und hier gibt’s das auf Facebook zum Miteinladen.

Das gesamte Programm der folgenden Woche findet ihr hier:

Frappant_Flugblatt

Detaillierte Infos dann täglich frisch

26. November 2009 at 12:21 am 2 Kommentare

Das Manifest auf englisch

Lucy Powell von Sign and Sight – der englischsprachige Service von perlentaucher.de – hat Not In Our Name, Marke Hamburg übersetzt. Den Text findet ihr hier.

24. November 2009 at 1:40 pm 1 Kommentar

Podiumsdiskussion auf Kampnagel

Am Donnerstag den 19. November fand auf Kampnagel eine vom HH Abendblatt und vom NDR ausgerichtete Podiumsdiskussion statt, bei der auch Rocko Schamoni und Christoph Twickel für die NIONHH-Initiative teilnahmen. Einen Mitschnitt könnt ihr hier runterladen. Lesenswert auch die euphorische Wochenvorschau im Kampnagel-Newsletter. Zitat: „Und für einen Moment sieht es sogar so aus, als bewege sich die Politik.
In der großen Affirmationswelle zeigt der Kapitalismus seine Fratze, indem er die Themen und Probleme einfach annimmt und damit erstmal aus dem Weg räumt. Die Forderungen und die Kritik der kritischen Masse werden Teil des politischen Alltags und damit Teil der politischen Logik aus Ankündigungen, Willensbekundungen und Entscheidungsverschiebungen. Dabei haben sich einige Künstler in dem Manifest „Not in our name, Marke Hamburg!“ genau gegen diese Vereinnahmung und für einen kritischen Umgang mit dem Thema Stadt ausgesprochen. Gegen die Präsentation der Marke Hamburg als wachsende Welt-Metropole ohne soziale Probleme und mit Kunst als zuckersüßem Sahnehäubchen, wie sie die städtische Promo-GmbH Hamburg Marketing für viel Geld zeigt.

18. November 2009 at 9:38 am 5 Kommentare

Kultursenatorin v. Welck in der WamS

Am Sonntag hat Hamburgs Kultursenatorin Karin v. Welck in der Welt am Sonntag auf „Not In Our Name, Marke Hamburg“ und auf das Magazin „Unter Geiern“ geantwortet. Hier könnt ihr das lesen. Sie erklärt, die Debatte sei „wichtig“ und „überfällig“ und habe einen „Nerv getroffen“. Welchen Nerv, bleibt allerdings offen, denn in der Sache gibt sie uns in keinem Punkt Recht. Sie verteidigt Hamburg Marketing, die Elbphilharmonie, die in der Gründung befindliche Kreativagentur und erklärt, der Vorwurf der Vereinnahmung beruhe auf einem „Missverständnis“. „Es ist richtig, die Künstler brauchen Raum. Diesen Raum muss Hamburg bieten“, schreibt die Kultursenatorin. Gentrifizierung und die soziale Frage kommen in ihrer Antwort nicht vor und auch unsere Kritik am Umgang mit öffentlichem Grund und Boden bleibt ausgeklammert. Wir müssen daher einmal mehr auf unsere „Klarstellung“ verweisen. Vielleicht sollten wir auch T-Shirts drucken, mit der Aufschrift: „Danke, ich möchte kein günstiges Atelier in der Stadt der Reichen.“

 

 

16. November 2009 at 10:03 am Hinterlasse einen Kommentar

Elbphilharmonie Starbucks / Aspekte

Den Aspekte-Beitrag über Not In Our Name, Marke Hamburg gibt’s jetzt auch auf Youtube: Hier könnt ihr ihn ansehen. Außerdem haben gestern abend fünf- bis sechshundert Menschen vor dem „Elphilharmonie Starbucks Kulturcafé“ eine Kundgebung für das Recht auf Stadt gemacht. NIONHH-Aktivisten waren dabei – als ANTI GENTRIFICATION MAN MEETS SCHWABINGRAD BALLETT haben wir unseren Gassenhauer „Business Punk City“ performed. Anschließend bildete sich eine Spontandemonstration und zog über Jungfernstieg und Gänsemarkt zum Gängeviertel, um dort die bevorstehende Auflösung des Kaufvertrags mit Hanzevast zu feiern.

12. November 2009 at 10:48 am Hinterlasse einen Kommentar

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