Podiumsdiskussion auf Kampnagel

18. November 2009 at 9:38 am 5 Kommentare

Am Donnerstag den 19. November fand auf Kampnagel eine vom HH Abendblatt und vom NDR ausgerichtete Podiumsdiskussion statt, bei der auch Rocko Schamoni und Christoph Twickel für die NIONHH-Initiative teilnahmen. Einen Mitschnitt könnt ihr hier runterladen. Lesenswert auch die euphorische Wochenvorschau im Kampnagel-Newsletter. Zitat: „Und für einen Moment sieht es sogar so aus, als bewege sich die Politik.
In der großen Affirmationswelle zeigt der Kapitalismus seine Fratze, indem er die Themen und Probleme einfach annimmt und damit erstmal aus dem Weg räumt. Die Forderungen und die Kritik der kritischen Masse werden Teil des politischen Alltags und damit Teil der politischen Logik aus Ankündigungen, Willensbekundungen und Entscheidungsverschiebungen. Dabei haben sich einige Künstler in dem Manifest „Not in our name, Marke Hamburg!“ genau gegen diese Vereinnahmung und für einen kritischen Umgang mit dem Thema Stadt ausgesprochen. Gegen die Präsentation der Marke Hamburg als wachsende Welt-Metropole ohne soziale Probleme und mit Kunst als zuckersüßem Sahnehäubchen, wie sie die städtische Promo-GmbH Hamburg Marketing für viel Geld zeigt.

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Kultursenatorin v. Welck in der WamS Das Manifest auf englisch

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  • 1. >> b.  |  19. November 2009 um 10:23 pm

    Sehr interessant! Gibt es hierzu evtl. Video / Audio?

    Besten Dank!

    Antworten
  • 4. ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||XX||||||||||||||||||||||°oO|||||||||||||||||||||||||||||  |  20. November 2009 um 8:21 pm

    KulturKlub Hamburg Akut
    Längst mehr als nur ein Sommergewitter
    Von Maike Schiller 20. November 2009, 06:00 Uhr

    500 Gäste verfolgten auf Kampnagel ein engagiertes Podiumsgespräch über das Selbstverständnis der Stadt.

    Hamburg. So ein Schulterschluss schafft auch eine gewisse Befriedigung: „Kulturschaffende lassen sich nicht mehr einfach herumschieben wie auf einem Schachbrett“, stellte der Journalist und Kulturaktivist Christoph Twickel gestern Abend auf Kampnagel fest. Eine Beobachtung, die seit der Gängeviertel-Besetzung und dem vielstimmigen „Nein!“ zur Kulturetat-Kürzung im Hamburger Abendblatt von vielen der mittlerweile an der Diskussion Beteiligten nicht nur geteilt, sondern bisweilen selbst mit einiger Überraschung wahrgenommen worden ist. „Wir wollen mehr! Das neue Selbstbewusstsein der Kultur“ nannten die Moderatoren Catarina Felixmüller (NDR 90,3) und Hans-Juergen Fink (Abendblatt) ihren „Kulturklub akut“ folgerichtig, zu dem sie neben Twickel auch den Thalia-Intendanten Joachim Lux, die Gängeviertel-Sprecherin und Künstlerin Christine Ebeling, „Dorfpunk“ Rocko Schamoni und Matthias von Hartz, Leiter des hiesigen Sommerfestivals, auf dem Podium begrüßten.

    Darüber, dass es in dieser Debatte längst um mehr als bloß ein Sommergewitter, um mehr auch als „nur“ die Entscheidung über ein besetztes Viertel in der Innenstadt oder die drohende Kürzung von Subventionen geht, war man sich schnell einig. Es geht um Mitbestimmung der Bürger in ihrer eigenen Stadt, in der sie sich durch eine, so Twickel, „Turbo-Gentrifizierung“ unter Druck gesetzt fühlen. Ob es sich tatsächlich schon um eine veritable Bürgerbewegung handele, darauf wollte sich zunächst keiner der Diskutanten festlegen lassen. Aber „einen Funken, der übergesprungen ist, einen Aufbruchmoment“, den beschrieb Rocko Schamoni durchaus und zitierte – recht frei – ausgerechnet Helmut Kohl: „Wenn der liebe Gott durch die Geschichte stapft, muss man hinrennen und sich am Rockzipfel festhalten.“

    Die Zeit ist also reif. Auch dafür, dass, wie Matthias von Hartz zufrieden registrierte, „endlich nicht nur mit den Touristen kommuniziert wird, sondern auch mit denen, die immer hier wohnen“. Denn nicht allein „Kulturlobbyismus“ sei derzeit zu beobachten, sondern „etwas, das die breite Masse anspricht“, bestätigte Joachim Lux. Das Maß sei voll – und die Unzufriedenheit eine Gelegenheit zur Solidarität, die man beim Schopfe packen müsse: „In Zeiten, in denen es materiell den Bach runtergeht, geht es ideell hoch.“

    Während Kreative bislang unfreiwillig „als Aufwerter für den Immobilienmarkt“ und als „günstig zu habende Zwischenentwickler“ (Twickel) fungiert haben, forderten die Diskutanten ein radikales Umdenken. Rocko Schamoni mahnte, eben „nicht alles zu reglementieren“. Die Stadt solle vielmehr „anmelden, was sie vorhat, und die Bürger müssten dann darüber mitentscheiden“. Es gelte, die letzten Freiräume der Stadt zu verteidigen, ja sogar „eine Rückverdreckung ganzer Stadträume“ voranzutreiben.

    Das mag polemisch sein. Einigkeit herrschte jedoch darüber, die endlich angestoßene Diskussion jetzt auszubauen und zu vertiefen und das Engagement der vielen Beteiligten weniger als rein kulturpolitische denn vielmehr als soziale Bewegung wahrzunehmen. „Wenn man mich früher fragte, worüber denn in Hamburg so geredet wurde, musste ich sagen: über nichts“, gestand Matthias von Hartz. Das zumindest hat sich bereits geändert. Was daraus wird, was daraus folgt? Das werden all diejenigen beobachten, die schließlich „die Stadt“ ausmachen und gestalten sollten. Die Künstler. Die Politiker. Die Medien. Vor allem und zuallererst aber: ihre Bürger.
    http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1277085/Laengst-mehr-als-nur-ein-Sommergewitter.html

    Antworten
  • 5. -  |  21. November 2009 um 9:14 am

    Da habe ich ja langsam Angst vor einer Vereinnahmung durch das Abendblatt. Alle Konservativen und Neoliberalen, die in dieser Debatte mitreden verzerren sie dahingehend, dass es im Prinzip doch wieder um einen Standortfaktor geht…

    Antworten

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