Archive for Februar, 2010

Die Idee wuchert: Manifest-Hausse in NRW!

Wer hätte das gedacht: Vier Monate nach der Veröffentlichung von „Not in our name, Marke Hamburg“ ist unser Manifest Geburtshelfer ähnlicher Initiativen in NRW geworden: In Düsseldorf hat sich unter dem Namen „Freiraum in Bewegung“ ein Netzwerk  gebildet, von dem aus von der linksautonomen Kiefernstraße bis zum etablierten Malersaal allerlei soziale und kulturelle Institutionen und Initiativen gegen die Standortisierung der Landeshauptstadt anstinken. „Ausgeschilderte Werbeflächen, Strafen für wildes Plakatieren, steril sanierte Grünflächen, Musizierverbot, Vertreibung Unliebsamer, Privatisierung – der öffentliche Raum in Düsseldorf unterliegt immer mehr den Regeln des freien Marktes“, heißt es in ihren Manifest. „Die wenigen gerne frequentierten Flächen werden außerdem zunehmend überwacht. Die Straßen, Plätze und Parks gehören aber uns allen! Und das wollen wir bewegen! Denn gerade die kulturelle und die soziale Mischung muss erhalten werden. Wir wollen unsere öffentlichen Freiräume behalten und selbst gestalten, ohne dass dabei Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt werden. Düsseldorf ist mehr als ein (guter oder schlechter) Standort!“ Wir sagen: Chapeau und willkommen im Club!

Und die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren NW e.V. übernimmt in ihrem „Aufruf der OberbürgermeisterInnen, BürgermeisterInnen, KämmererInnen, KulturdezernentInnen und KommunalpolitikerInnen sowie der Kulturschaffenden“ unser Manifest teilweise wortwörtlich. Uns Hamburger Stadtstaat-Insassen mag es etwas strange vorkommen, dass die Soziokultur-Kolleg_innen aus NRW kein Problem damit haben, die kommunalen Oberhäupter mit in ihr Boot zu holen. Wie dem auch sei: Wir sind gespannt, ob die Ober- und Bürgermeister_innen unterschreiben und was daraus folgt.

24. Februar 2010 at 4:14 pm 1 Kommentar

Das Empire hebt ab! Psychokinetisches Experiment schickt Immobilienwirtschaft ins Weltall

Hamburg-St.Pauli, 9.2.2010: Die Teilnehmer des Immobilien Symposium Hamburg wurden heute Zeugen der größten psychokinetischen Immobilienbehandlung seit 1967. Um genau 11.50 Uhr lauschte ein exklusiver Zirkel aus Immobilienfonds-Managern, Bankern und Stadtentwicklern (Eintrittspreis 1185.- €) den warmen Worten des Hamburgischen Oberbaudirektors Jörn Walter, als folgende Nachricht durch die Lausprecher der Kongressanlage kam:

„Achtung, Achtung! Wir möchten eine Warnung aussprechen. Die GUL-Materialsekte wird dieses Gebäude in wenigen Momenten einer psychokinetischen Behandlung unterziehen. Die Mitglieder der Sekte haben das Gebäude bereits umstellt.  Sie sind natürlich eingeladen, sich dem Experiment anzuschließen. Bitte werfen Sie einen Blick aus dem Fenster.“

Das taten sie dann auch und sahen dies und dies hier. Von unten sah das so aus.

Unter den ohrenbetäubenden Klängen des Schwabinggrad Balletts vollzogen die etwa 100 Psychokinetiker ein jahrtausendealtes Karma-Reinigungs-Ritual, um den unbeliebten, unschönen und überteuerten Riverside-Empire-Hotelkomplex mitsamt seinen Insassen in den Weltraum zu schicken. Und tatsächlich: Das Gebäude löste sich aus seinen Fundamenten und schwebte sekundenlang über der Erde. Ein gelungenes Experiment, das beweist: Einwohnerinnen und Einwohner dieser Stadt können ihre schlechten Gefühle gegenüber Gentrifizierung und Immobilienspekulation erfolgreich in psychokinetische Power verwandeln. Weiter so.

9. Februar 2010 at 4:34 pm 2 Kommentare


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