Erklärung der Roten Flora, der Initiative Not In Our Name, Marke Hamburg und von Buback Tonträger

20. Dezember 2010 at 6:43 pm 7 Kommentare

Im Hamburg Teil der „taz“ vom 16.12.2010 wurden in dem Artikel „ Die Sache mit Jan Delay“ und dem Kommentar „Misstönendes Engagement“ diverse Aussagen gemacht, die nicht der Wahrheit entsprechen.

Zum Verhältnis der Roten Flora zur Flora-Festwoche heißt es in dem Artikel mit Verweis auf einen „anonym bleibenden Rotfloristen“: „Sich an der Aktionswoche zu beteiligen, sei von oben durchgewunken worden, ohne dass es eine entsprechende Plenumsentscheidung gab […]. Dabei habe das Plenum zuvor entschieden, dass die Aktion zu unpolitisch sei und deshalb nicht im Namen des Hauses laufen solle.“
Richtig ist:
Das Plenum der Roten Flora hat über die Flora-Festspielwoche diskutiert und begrüßt diese eindeutig politische Initiative aus dem Recht-auf-Stadt-Netzwerk außerordentlich. Diskussionen um Form und Zeitpunkt der Festspielwoche wurden zwischen dem Flora-Plenum und VertreterInnen von NIONHH bereits seit dem Frühjahr 2010 geführt. Das Plenum hat auch über das Konzert mit Jan Delay diskutiert und im Konsens beschlossen, dass dieses Konzert im Rahmen der Festwoche in der Roten Flora stattfinden soll. Darüberhinausgehende Kontroversen um den Auftritt werden vom Plenum im Sinne einer solidarischen politischen Auseinandersetzungskultur begrüßt.
Das Flora-Plenum ist begeistert von der enormen Solidarität, die der Roten Flora im Rahmen der Festwoche aus verschiedensten Richtungen entgegenschlägt. Unter anderem die bisher fast 1500 Unterschriften des Aufrufs „Ich würd’s so lassen“ sind Ausdruck dieser Solidarität.
Des Weiteren ist in beiden Artikeln die Rede davon, dass der Aufruf „Ich würd´s so lassen“ auf der Buback Website stünde. Dem ist nicht so. Wer auf http://www.buback.de geht, findet keinen Hinweis auf den Aufruf. Buback hat aus logistischen Gründen lediglich seine Domain für das Recht auf Stadtnetzwerk zur Verfügung gestellt. Im Zusammenhang mit der Flora-Festwoche wurde offiziell der Link: www.rechtaufstadt.net/iwsl verbreitet. Außerdem ist von einem Sprecher der Initiative NIONHH die Rede, der über Buback zu buchen sei. Christoph Twickel ist nicht als Sprecher von irgendwas zu buchen, sondern als Autor für Lesungen. Im Kommentar von Maximilian Probst wird darüber hinaus der Eindruck erweckt die Flora-Festwoche würde vom Buback-Label durchgeführt und als Promoveranstaltung für die Acts des Labels genutzt. Tatsächlich organisiert Buback lediglich eine der 10 Veranstaltungen (, das Konzert in der Fabrik nämlich). Von den fast 40 Acts die im Rahmen der Festwoche auftreten sind gerade mal 3 – je nach Zählweise 4 – auf dem Buback-Label oder im Buback-Booking. Das schamlos vereinnahmende  Engagement der Buback-Belegschaft und der Bands besteht vor allem darin, bei 10 Grad Minus Plakate zu kleben.

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Ich würd’s so lassen! Die Flora-Bleibt-Festwoche NionHH-Diskussion im Golem

7 Kommentare Add your own

  • 1. bernd  |  20. Dezember 2010 um 9:50 pm

    Liebes Politik-Spektakel.

    womit fangen wir an? das Plenum der Roten Flora hat im August 2009 mit keiner Gegenstimme beschloßen Jan Delay nicht in der Flora auftretten zu lassen.
    die Gründe sind bekannt. Interessant: ungefähr 50 leute waren auf diesem Plenum und JEDE/R aus der FLora war glücklich mit dieser Entscheidung. Was in so einem hetrogenen Haus selten bis fast nie der Fall ist.

    Ok, es mag sein, dass die Festspielwochen ,wie das Konzert von Jan Delay, in der Flora mit dem Plenum abgesprochen worden sind.
    Aber der Punkt ist, dass im Schnitt 5 Leute an diesem Plenum teilnehmen, die alle aus den selben zusammenhängen kommen.
    Und diese 5 Leute, die sich das Plenum der Roten Flora nennen, sind nicht repräsentativ für die Flora.
    Und sie haben die Entscheidung, Jan Delay auftretten zu lassen, nicht bekannt gemacht.
    Ich habe erst 2 Wochen vor dem 17.12 erfahren, dass er auftritt und dass sich über ein von allen vorher getragenes Veto hinweg gestezt wurde.
    5 Leute können nicht ein Veto, oder besser formuliert einen Konsens, außer Kraft setzen, ohne eine Vollversammlung einzuberufen, dass vom ganzem Haus getragen wurde. Sowas nennt mensch „Entscheidung von Oben“.

    Der selbe Fall ist es mit den Festspielwochen. „MIT“ oder „FÜR“ die Flora. „FÜR“ war der Konsens.
    Dass aus einem „FÜR“ einfach ein „MIT“ wird hätten ebenso in einer Vollversammlung ausdiskutiert werden müssen. 5 Leute entscheiden im Alleingang so essentielle Fragen. Ich nenne es „Entscheidungen von Oben“. Hätte auch genauso gut am Kneipenstammtisch entschieden werden können. Wurds vielleicht auch?

    Und warum ich behauptet habe es wäre ohne Plenumsentscheid durch geboxt worden: die Antwort auf den TAZ- Artikel , auch im Namen der Flora.
    Wer nimmt sich da raus für die Flora zu sprechen? ohne irgendwas mit irgendwem abgeprochen zu haben.
    Das Plenum der Roten Flora ist mittwochs und heute ist Montag, der Beweis. Übersetzt: Irgendwer hat sich entschieden im Namen der Flora zu sprechen ohne es mit dem Plenum abzusprechen. Wie nennt mensch das? richtig, Entscheidung von Oben.

    der anonyme flora aktivist

    Antworten
  • 2. nionhh  |  20. Dezember 2010 um 10:08 pm

    Warum gehst du eigentlich nicht zum Plenum, statt es den angeblich fünf Leuten aus den angeblich selben Zusammenhängen zu überlassen? Und warum diktierst Du stattdessen deine Verschwörungstheorie über den Flora-Machtzirkel der Taz in die Feder? Du Aktivist, du?
    Im Übrigen haben wir auf den Flora-Plena – und es waren einige, bei denen wir von NIONHH waren – erheblich mehr Leute angetroffen.

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  • 3. queerqueerlemon  |  20. Dezember 2010 um 11:25 pm

    Was soll diese Schlammschlacht? Der taz-Artikel ist reiner Hohn, der schlichtweg Falsches behauptet, ähnlich wie der anonyme Kommentator. Geht zum Plenum und tragt da den Kram vor, aber dann würde viel Unwahres in sich zusammenfallen.

    Mensch kann nicht genug über Basisdemokratie und Artverwandtes diskutieren, debattieren und streiten. Dann aber bitte nicht mit so offensichtlichem Fake-Zeux.

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  • 4. flora-aktivist  |  21. Dezember 2010 um 9:40 am

    lieber bernd,
    offensichtlich gehst du ja nicht zum flora-plenum, das ja als delegierten-plenum für alle aktiven in der flora offensteht, und weißt deshalb nicht einmal über sehr wichtige diskussionen, die dort geführt wurden, und wichtige entscheidungen, die dort getroffen wurden bescheid. aber wenn du so wenig darüber weißt, was auf dem plenum passiert, woher weißt du denn dann, dass dort „im Schnitt 5 Leute teilnehmen“ und dass „die alle aus den selben zusammenhängen kommen“? und vor allem: wenn dir die flora wirklich am herzen liegt, warum gehst du eigentlich nicht zu plenum und trägst deine kritik dort vor, statt über bürgerliche medien wie die taz oder über die recht-auf-stadt-liste?

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  • 5. auch ein rotflorist  |  21. Dezember 2010 um 12:21 pm

    Hi Bernd,
    mag ja sein das deine Beschreibung tatsächlich deiner Wahrnehmung entspricht, für eine reale Beschreibung der Auseinandersetzung lässt du allerdings vieles weg. Mag auch sein das du dies tatsächlich gar nicht mitbekommen hast, aber darin liegt dann auch ein Problem. Die Flora findet nicht nur vor dem eigenen Mikrokosmos und im eigenen Tellerrand statt. Es ist ein heterogenes Projekt und es laufen ständig Aushandlungsprozesse um alles mögliche. Dein Blick beschreibt deine Sichtweise ohne ein Bemühen darüberhinaus andere wahrzunehmen oder gelten zu lassen. In der Summe ergibt sich nämlich ein völlig anderes Bild als das von dir gezeichnete. Da du ja nun schon angefangen hast aus dem Nähkästchen zu plaudern, hier der Versuch einer genauer gefassteren Schilderung.

    Das Plenum mit 50 Leuten von dem du sprichst, bei dem gegen das Konzert von Jan Delay votiert wurde, war eines, bei dem eigentlich es um ein Konzert von Egotronic ging. Dort wurde ohne größere Diskussion innerhalb von 5 Minuten das Konzert abgelehnt. Der Grund hierfür lag vor allem auch darin, dass alle von der noch kommenden Diskussion um Egotronic genervt waren und noch ein anstrengender Abend erwartet wurde.

    Bereits im Anschluss an dieses Plenum kritisierte die Person die diese Anfrage, hereingetragen hatte, dass man so leichtfertig im Federstreich nicht mit der Ablehnung eines Konzertes umgehen kann und vor einer Absage das Angebot einer Diskussion stehen müsse. Auf dem -im übrigen gut besuchten- Plenum nach dem Egotronic Termin wurde dies nochmal thematisiert und eine entsprechende Einladung zu einem Gespräch an Jan Delay formuliert. Die weitere Auseinandersetzung verlief daraufhin fürs erste im Sand.

    Zur begleitenden Diskussion um Egotronic: Im Kern ging es beim Konflikt um Egotronic nicht nur um den Auftritt einer Band, sondern um die politische Widersprüche, eines Teiles im Haus mit dieser. In einer kontroversen Diskussion wurde nach mehreren Wochen schließlich entschieden, das ein Veto aufgrund der politischen Linie der Band nicht möglich ist ohne sehr konkrete Gründe. Als wichtig wurde dabei eingeschätzt, dass die Flora ein Experimentierraum bleibt und dort keine Blockadekultur im Vordergrund stehen soll. Daher wurde für das Konzert von Egotronic schließlich grünes Licht mit Bauchschmerzen eines Teils des Hauses gegeben. Kritiker_innen des Auftritts erwogen dabei auch Formen ihres Widerspruch zu thematisieren. Die Veranstalter selbst sagten das Konzert derweil ab, da sie aufgrund des Diskussionsvorlaufes im Haus keine Lust mehr auf des Konzert hatten. Soweit das Ergebnis bei Egotronic.

    Die ursprüngliche Anfrage von Jan Delay im September letzten Jahres fand vor dem Hintergrund statt, dass in der Flora ein Radio-Konzert eines kommerziellen Senders mit ihm stattfinden sollte. Dies wurde abgelehnt und eine solche Konstellation würde heute sicher auch wieder so entschieden werden. Die Anfrage im Sommer diesen Jahres entstand aufgrund des Wunsches einer Konzertgruppe im Haus selbst. Dies macht einen großen Unterschied! Du sprichst davon, dass auf dem Plenum nur 5 Leute sind (kommt vor) und diese gar nicht für die Flora sprechen würden, sondern er für eine nebulöse schweigende Mehrheit stehe. Ich finde es bedenklich, das in seiner Vorstellung weder die vorbereitende Gruppe als Teil des Hauses vorkommt, noch die vielen Leute aus unterschiedlichen Gruppen, die geholfen haben das Konzert schließlich umzusetzen.

    Diese Leute, die viel Arbeit und Herzblut in das Projekt legen, werden in dieser Sichtweise zu Winkehänden vermeintlicher informeller Seilschaften reduziert. So funktioniert vorurteilsbeladenes Sprechen aber keine solidarische Diskussion, welche eigentlich die Grundlage von Auseinandersetzungen im Haus ist. Das mag manchmal besser und manchmal schlechter funktionieren, aber im Gegensatz zum Querschießen über die Medien wurde sich um solch einen Ansatz in Vollversammlungen oder Plenas immer bemüht. Insofern markiert die Stellungnahme des anonymen Floristen in der Taz eine neue und wie ich finde nicht sehr gelungene Diskussionskultur.

    Auf einem Plenum im Sommer diesen Jahres nach einer neuen mehrwöchigen und kontroversen Diskussion -übrigens ebenfalls mit mehr als 5 Leuten- wurde schließlich die Frage gestellt ob es ein Veto gegen ein Konzert von Jan Delay gebe, da die beteiligten Konzertgruppen eine Ansage brauchten. Es gab kein Veto und damit, war die Entscheidung gefallen, dass das Konzert stattfindet. Im weiteren wurde über die Rahmenbedingungen gesprochen.

    Einig waren sich alle Beteiligten zuvor, dass egal ob das Konzert stattfindet oder nicht, es wichtigere Themen für die Flora gibt. Dies siehst du anders und so zettelst du nun einen seltsam anmutendes Floraleak-Skandälchen via neue Medien an. Na gut, geschenkt, wenn du oder Menschen die deine Position vertreten, darin so wichtige Bedeutung sehen, dann seid ihr eingeladen aufs Plenum zu kommen oder ihr ladet selbst zu einer Vollversammlung im Haus.

    Denn egal ob es dir passt oder nicht: Das entscheidende Gremium ist nicht eine konstruierbare, schweigende Mehrheit, das Internet oder die TAZ, sondern die Vollversammlung und zwischen diesen das Delegiert_innenplenum im Haus.

    Die gemeinsame Erklärung mit nion ist schließlich aus einer größeren Schnittmenge von Leuten die an Strukturen wie Plenum und VV teilnehmen verfasst worden. Auch dies lässt sich nun natürlich im Nachhinein von dir kritisieren. Ich selbst halte sie, obwohl ich sie nicht mit verfasst habe, im Sinne eines solidarischen Umgangs für legitim und notwendig und würde das auch so vertreten. Es war die Reaktion auf einen diffamierenden Artikel in der TAZ, der die mehrmonatige Vorbereitung der Festspielwoche für die Flora im Handstreich in den Dreck zieht. Viele Leute innerhalb und außerhalb der Flora haben sich daran beteiligt Das du offenbar kein Problem damit hast, dass deren solidarisches Engagement dabei insgesamt diffamiert wird, finde ich ein echtes Armutszeugnis.

    Antworten
  • 6. Dirk  |  21. Dezember 2010 um 5:49 pm

    Süss, euer linkes Spiesser gelaber, Plenum hier und Formulare da.
    Ich würde Jan Delay auf keine Fall dort auftreten lassen.
    Jemand, der bei dem Spektakel der Taufe des „Mein Schiff“ von TUI mitmacht, kann ja wohl nicht den richtigen Beitrag zu dieser Sache leisten.

    Antworten
  • 7. Stefan  |  23. Februar 2011 um 1:00 pm

    Den Jan würde ich dort uach nicht auftreten lassen.
    Plenum hin oder her …

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